2017-03-27 Bericht von der Leipziger Buchmesse

Ave ater animas \m/

 

Vier anstrengende Tage liegen hinter mir und noch immer bin ich dabei, alle Eindrücke zu verarbeiten. Leipzig war echt der Wahnsinn. Die vielen Bücher, die Menschenmassen, die ganze Atmosphäre. Auch wenn es anstrengend war und ich es noch immer in den Oberschenkeln spüre, so bin ich doch dankbar, dass ich diese unglaubliche Erfahrung machen durfte. Mein Dank gilt vor allem Bernd Rosarius und dem Garten der Poesie, sowie meiner Autorenfreundin Steffi Krumbiegel von den Götterkindern, die mich mit ihrem unermüdlichen Einsatz weit über meine eigenen Grenzen gebracht hat.

Steffi & ich vorm Garten der Poesie
Steffi & ich vorm Garten der Poesie

 

Ich danke aber auch all den Leuten, die unserem kleinen Stand einen Besuch abstatteten und uns erkannt haben. Es war eine wirklich nette Abwechslung zwischen all den Besuchern gelegentlich auch mal in ein vertrautes Gesicht blicken zu können.

 

Aber nun gut, am besten ich fange von vorne an.

Goodie-Tüten basteln
Goodie-Tüten basteln

Donnerstag war Eröffnungstag und schon früh am Morgen wuselte Steffi aufgeregt zwischen ihren Sachen hin und her, damit wir auch jaaaaa nichts vergessen. Bücher, Goodietüten, Essen, Trinken, Klamotten, Eintrittskarten…

 

Letztere hätten wir dann trotzdem fast vergessen, aber glücklicherweise ist ihr das aufgefallen, eh wir uns auf den Weg gemacht hatten. Das Wetter wirkte zwar nicht sonderlich einladend und es sollte auch den ganzen Tag bewölkt und kalt bleiben, aber davon ließen wir uns nicht die gute Stimmung verderben. 

Nachdem uns ein Parkplatz zugewiesen wurde und wir erfolgreich eincheckten konnten, suchten wir den Garten der Poesie. Dummerweise hatte ich an dieser Stelle die Infos durcheinander gebracht und wir landeten in der falschen Halle. Aber na ja, was soll's. Zumindest sahen wir gleich, an welcher Stelle wir Sonntags unseren Auftritt haben würden. Ein paar Klicks später konnte ich dann doch noch die benötigten Informationen aus meinen E-Mails ziehen und wir uns zu unserem Stand aufmachen.

Vor Ort lernten wir dann erst einmal Bernd und noch eine Hand voll weiterer Autoren kennen. Unter anderem Raven Elisabeth Dietzel, von deren starker Poesie ich wirklich angetan bin und hoffe in nächster Zeit mehr lesen zu können, Kurt von der Heide, dessen “Mann mit den Eiern“ uns alle öfters zu dem einen oder anderen Wortspiel animierte, Detlef Heublein, der immer einen lockeren Spruch und gut platzierte Pointen auf Lager hatte und Susan E. Stengel, die sowohl mit ihrem Drama “Und draußen Frühling“, als auch mit ihrer Fantasy-Geschichte „Ragin – Die Geschichte einer Wiederkehr“ in unserer kleinen Autorenvereinigung vertreten war. Leider habe ich ein echt miserables Gedächtnis, was Namen und Gesichter angeht, so dass ich mit Sicherheit noch einige vergessen habe, also falls ihr das lest: Es tut mir wirklich leid! ;)

Nachdem wir uns gegenseitig vorgestellt hatten, ging es für Steffi und mich erst einmal auf Entdeckungsreise. Von den Selfpublishern und den entsprechenden Anbietern, über Poesie und Geografie (Ich wusste bis dato nicht, dass selbst Reiseführer, Landkarten und Globen auf einer Buchmesse vertreten sind.), bis hin zu Fotobüchern und Zeitungen & Zeitschriften war alles vertreten. Und das war nur in Halle 5. In Halle 3 ging es dann weiter mit religiösen Erzeugnissen, den Nachrichten (ARD, dtv, etc.) und Hörbuch-Anbietern. An dieser Stelle muss ich den Veranstaltern der Messe doch einen gewissen Humor zugestehen, dass sie Wahrheit und Fiktion so dicht nebeneinander platziert haben. (Wobei ich jetzt aber nicht explizit darauf eingehen möchte, wer welchen Part in dieser Geschichte spielt. xD)

Ein Kätzchen, Harley Quinn & Nadja.
Ein Kätzchen, Harley Quinn & Nadja.

Nachdem wir diesen Teil der Messe mehr oder weniger überflogen haben, ging es in Halle 1. Uuh, der Dark im Anime- & Manga-Paradies. Detective Conan, One Piece, Dragonball… Bücher, Kuscheltiere, Replika… Alles, was das Herz begehrt ^_^ Ein paar schöne Cosplays konnten wir auch entdecken und Steffi ließ es sich nicht nehmen, das ein oder andere Foto zu schießen. 

 

Mit den anderen beiden Hallen (2 & 4) konnte ich persönlich nicht ganz so viel anfangen, da dort zum größten Teil Lern-, Schul-, Kinderbücher und Comics angeboten wurden und ich für diese dann doch schon etwas zu alt gewesen bin. XD Gut, ich hätte vielleicht für meine Kids gucken können, aber in erster Linie waren wir ja nicht zum gucken dort, sondern zum präsentieren. ;)

Und das taten wir dann auch. Steffi und ich hatten im Vorfeld ja schon Goodietüten (Wundertüten für Leser *grins*) gebastelt und diese verteilten wir im Laufe der Tage an interessierte Besucher. Auch ich hatte ja Postkarten, Lesezeichen und Visitenkarten gebastelt und ja, war schon cool, diese so unters Volk zu bringen. Auch wenn es mir wirklich schwer fiel, die Leute anzusprechen. Aber man soll sich ja seinen Ängsten stellen, oder? ;)

 

Abends trafen wir uns dann auch noch mit den beiden Ladys Katharina Mosel & Janine Achilles von Paragraphen & Prosecco. Aber davon erfuhr ich quasi erst im letzten Augenblick. Das kommt davon, wenn man nur mit einem halben Ohr hinhört. ':)

 

Der Freitag verlief ähnlich, nur mit etwas mehr Besuchern und weniger Berührungsängsten meinerseits, obgleich man mir mit Sicherheit selbige ansah. Und abends traf sich der Garten der Poesie noch zu einer zwanglosen Runde mit einem wirklich leckeren Buffet. :) Da konnte man sich abseits des ganzen Messe-Trubels auch mal entspannt unterhalten und Meinungen, Erfahrungen und Erlebnisse untereinander auszutauschen.

Auch Lektorin Jacky Kleye kam uns besuchen.
Auch Lektorin Jacky Kleye kam uns besuchen.

Der Samstag verlief für mich nicht ganz so gut und ich musste mich den halben Tag lang mit „vorlesen üben“ ablenken, um nicht in Panik zu verfallen. Es waren mir einfach nur zu viele Leute und ich war in diesem Moment wirklich froh darüber, dass unser Stand etwas abseits der Hauptverkehrswege gelegen war. Dennoch konnte ich noch die Bekanntschaft mit der Lektorin Jacky Kleye (“Die-Wortkleysterei“) und der Fantasy-Autorin Patricia Vonier (“Lichtgefährten“) machen, und mich über den Besuch einer Freundin freuen, die Fan meiner Kunst ist.

Auch ich bekam Besuch und durfte mich darüber freuen, dass meine kleinen Büchlein in liebevollen Händen Einzug hielten. Und ist doch cool, wenn sie selbst in der Anime-Welt ihre Fans finden. xD
Auch ich bekam Besuch und durfte mich darüber freuen, dass meine kleinen Büchlein in liebevollen Händen Einzug hielten. Und ist doch cool, wenn sie selbst in der Anime-Welt ihre Fans finden. xD

Nur noch wenige Minuten bis zu unserem großen Auftritt.
Nur noch wenige Minuten bis zu unserem großen Auftritt.

Und dann kam der Sonntag…

 

Ich sollte vorlesen.

Vor Publikum.

Auf der Leipziger Buchmesse.

 

Oh Gott, oh Gott, oh Gott…

 

Aber ein Zurück gab es ja nun nicht mehr. Steffi und ich hatten den Abend zuvor zwar noch fleißig geübt und uns dabei auch vor lauter Aufregung in die Wolle gekriegt, aber ich glaube, dass man uns beiden trotzdem unsere Nervosität aus hundert Metern Entfernung ansehen konnte. Wir fuhren auch extra eine Stunde eher los, um auch ja nicht zu spät zu kommen.

 

Doch die Uhr tickte und je weiter sie voran schritt, desto nervöser wurden wir. Steffi unterhielt sich mit den Menschen, um ihre Nervosität in den Griff zu bekommen, während ich mich mit Mineralwasser abkühlte und in Gedanken meine Texte durchging. Bernd machte fleißig Werbung und immer mehr Leute fanden sich in unserem Forum ein. Und dann ging es los… 

Ich bin nicht nervös. Das sieht nur so aus. xD
Ich bin nicht nervös. Das sieht nur so aus. xD

Mein Herz schlug mir bis zum Hals und mein Körper wurde von Adrenalin und Endorphinen überschüttet, als ich an das Mikro trat und damit begann, das Intro meiner Herzschlag-Reihe vorzulesen. Schweiß rann mir von der Stirn und mir wurde heiß und kalt zur selben Zeit. Die Panik wollte Besitz von mir ergreifen, doch ich hielt mich an meinem Buch und meinen Zeilen fest, um sie in ihre Schranken zu weisen. Und dann hatte ich es auch schon geschafft und Steffi übernahm. Wir hatten es nämlich so eingefädelt, dass wir uns beim Lesen abwechseln konnten und meine Gedichte zu ihren Textpassagen passten.

 

So vergingen die Minuten, während wir abwechselnd vorlasen und mit jedem Gedicht wich die Nervosität aus meinem Gesicht und verzog sich in meine Beine. Nein, ernsthaft, meine Oberschenkel wurden immer schwerer und zum Ende hin hatte ich das Gefühl, als bestünden sie aus Stein. Doch glücklicherweise hatte ich dennoch nur ein oder zwei kleine Versprecher in meinem Vortrag und dann war es auch schon vorbei und die Leute applaudierten. Das war der Augenblick, als mir eine unglaubliche Last von meinem Herzen fiel. Auch Bernd und Steffi bescheinigten mir, dass ich eine souveräne Leistung hingelegt hatte, doch war ich in diesem Moment noch zu benommen von dem eben Erlebten, als ich das wirklich realisieren konnte. (Selbstverständlich hatte auch Steffi ihren Part mit Bravour bestanden.)

Und plötzlich sah ich mich einem Fan gegenüber. Sie hielt den zweiten Teil meiner Quintologie in den Händen und fragte mich höflich, ob ich ihr das Büchlein signieren würde. Was für eine Frage. Natürlich würde ich das :D Ich meine, wie oft kommt es schon vor, dass man als junger und unbekannter Autor angesprochen und nach einer Signatur gefragt wird? Sie hatte auch den Bericht aus der MZ mit dabei und erzählte mir, wie angetan sie von meinen Texten sei. Glaubt mir, das ging runter wie Öl und ich hab mich wahnsinnig über ihre Komplimente gefreut. Es ist schön zu sehen, dass man die Seele und Herzen der Menschen mit seiner Kunst erreichen und erfreuen kann. (B. - Wenn du das liest: Ich danke dir nochmal herzlich für deinen Besuch. :) )

 

Nach diesem Adrenalinschub fiel es mir wesentlich leichter, die Leute anzusprechen und so verteilte ich freundlich unsere Lesezeichen und Visitenkarten und lud die Leute dazu ein, unserem Stand einen Besuch abzustatten. Und wisst ihr, was das Schöne an der Sache ist? Ich hatte trotz aller Ängste und trotz schmerzender Beine (Nach 4 Tagen Messe, glaub ich, auch kein Wunder.) wirklich Spaß an der Sache. Und die Leute kamen auch und schauten und quatschten und kauften unsere Bücher. Und ja, das war einer dieser Momente, in denen man voller Stolz auf seine erreichten Ziele schaut und einfach nur glücklich ist. :)

 

Ein paar Stunden später endete die Leipziger Messe dann für mich und ich verabschiedete mich herzlich von Steffi und dem Garten der Poesie. Trotz aller Anstrengungen, Ängste und Problemen war es eine unglaubliche Erfahrung, die ich nicht missen möchte und wer weiß… Vielleicht bin ich ja bald schon auf der nächsten Messe… ;)

 

Dark Xperience


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