BDSM

So erfolgreich, sexy, wunderschön, ja, sie ist

doch ein Engel, ein Engel in Menschengestalt,

der mit strahlenden Locken, blondiert, stets bekommt,

was als menschlicher Engel sie will jederzeit.

 

Und wenn du sie erblickst, nein, du kannst ihr doch nicht,

nein, du kannst ihr doch niemals und nie widersteh'n,

um den Finger, den kleinen, wird wickeln sie dich

und auf Knien willst trotzdem du wieder sie seh'n.

 

Und wenn es dann soweit ist und du vor ihr kniest

und im Staube dich windest wie Wurmungetier,

ja, dann kommt sie herbei, scheint dich Wurm zu erhör'n,

doch sie spricht mit gelangweilter Stimme zu dir:

 

"Du bedeutungslos kleiner und dreckiger Wurm,

der nach Liebe mich fleht, wie ein bettelndes Kind,

nicht im Traum, nicht im Leben, mir käm' in den Sinn,

dich zu lieben, weil wir zu verschieden doch sind."

 

Nun schon lauter die Worte, sie redet sich rein:

"Nein, ich brauch' keinen Wurm, nein, ich brauch' einen Mann,

ja, ich brauch' einen Mann, der mich Frau dominiert,

ja, 'nen Mann, der's mir richtig besorgen noch kann."

 

Nein, sie kennt keine Furcht, sie hat alles im Griff,

ist beherrscht und ihr Wille ist hart wie der Stahl,

doch ganz heimlich verbirgt sie dort hinter der Tür

die Begierde, nein, Sehnsucht nach Demut und Qual.

 

Ja, die Seele, nach außen perfekt, ist es leid

immer ihre Kontrolle behalten zu müssen

und drum geht sie dort heimlich ins Zimmer hinein

und dort lässt sie sich schlagen und peitschen und küssen.

 

Denn ihr Meister, der weiß was sie braucht, was sie will,

"Oh, mein Meister, so leg' mir die Fesseln doch an!"

Und der Meister, er tut, was von ihm sie verlangt,

bis vor Schmerzen sie kaum sich bewegen mehr kann.

 

Ja, sie liebt diesen Schmerz, dieses Spiel, diese Lust,

das Gefühl ihrem Meister Vertrauen zu schenken,

die Kontrolle verlieren und schreien und fleh'n,

und im Rausche der Lust überhaupt nichts mehr denken.

 

Und sie lässt ihren Meister das tun, was er will

und er nimmt sie mal zärtlich und mal mit Gewalt.

"Ja, mein Meister, oh, dring in mich ein, bis ich komm

und dein Fleisch wild pulsierend erfüllt meinen Spalt!"

 

Und der Meister, er tut, was von ihm sie verlangt,

und vergießt seine Lust in dem glühenden Leib,

dann befreit er die willige Sklavin der Lust,

er befreit sie aus ihrem hedonistisch'm Leid.

 

Und sie dankt für die Stärke, mit der er sie schützt,

wenn sie furchtlos ihm diese Kontrolle verschenkt

und sie fühlt sich geborgen auf schweißnasser Haut,

die sich unter den Fingern erhebt und versenkt.

 

Ja, sie liebt ihren Meister, die Lust und das Spiel,

liebt devot und ihm willens verfügbar zu sein.

Noch ein Kuss voller Liebe und Leidenschaft, dann

ja, dann schläft sie befriedigt und friedfertig ein.

 

© Dark Xperience

 

Blümchensex oder doch eher die harte Tour?

Traut euch und verratet es mir in den Kommentaren.

Aber achtet bitte auf eure Wortwahl. Danke :)

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Persönliche Anmerkung:

 

Es ist mir durchaus bewusst, dass etliche meinen Text mit den "Shades of Grey"-Romanen vergleichen, wobei er aber weder davon inspiriert wurde, noch irgendwas was damit zu tun hat.


Ich rezitiere an der Stelle mal Wikipedia: "Die Reihe wurde vielfach dafür kritisiert, BDSM-Beziehungen falsch wiederzugeben. Die britische Psychologin Susan Quilliam kam in einem Interview zu dem Schluss, dass Christian Grey „jede Regel von BDSM bricht“ und seine Darstellungen in der BDSM-Szene umfassend abgelehnt würden. Die britische Erotikautorin Sophie Morgan urteilte im „Guardian“, dass Fifty Shades of Grey nicht BDSM, sondern Missbrauch beschreibe. Eine BDSM-Beziehung basiere auf Freiwilligkeit, während die Figur Christian Grey stattdessen häusliche Gewalt ausübe, sowohl psychisch als auch physisch."

Mein Text basiert auf Erfahrungen & Diskussionen im Bekanntenkreis. Gerade die Leute, die im echten Leben immer alles im Griff haben müssen, sind diejenigen die diese Spielart bevorzugen. Eben weil sie an der Stelle genau jene Kontrolle abgeben können. Selbstverständlich freiwillig. Und das habe ich versucht zu beschreiben. Nicht wie ein gewisser Milliardär, der sich ein unschuldiges Mädchen mit psychischer und physischer Gewalt gefügig macht :)

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Kommentare: 2
  • #1

    Marcel (Mittwoch, 04 März 2015 16:35)

    Sehr schön beschrieben.
    Inhaltlich gefällt es mir sehr gut, die Form ist nicht 100% meins, aber das stört nicht :D

    In jedem Fall besser, als jeder "Grey - Roman" ;)

    LG

    (Bin über Facebook hier gelandet ;))

  • #2

    Dark Xperience (Donnerstag, 05 März 2015 11:10)

    Dankeschön :)