Der gefrorene See

Welt im Schlafe liegt, sie atmet kaum,

liegt bewegungslos im weißen Kleid,

jeder Blätterstrauch und jeder Baum

konserviert in dieser Jahreszeit.

 

Welt im tiefen Schlaf, im ew'gen Schlummer,

kann des Winters Kälte nie entfliehen,

ohne Eile, Hast und Liebeskummer,

lässt die Zeit im Schlaf vorüberziehen.

 

Welt gehüllt im weißen Pulvermantel,

trägt das Eis, die Kälte, Frost und Wind,

blinzelt still im Jahreszeitgewandel,

wartet leis', dass Frühling bald beginnt.

 

Mittig hinter dieser frost'gen Wälder,

still und hinter Nebel, Eis und Schnee,

keine Städte oder kahle Felder,

schläft gefror'n des Waldesquell, der See.

 

Unberührt die glatte Oberfläche,

funkelt glitzernd unterm Sonnenlicht,

zeitgleich voller Stärke, voller Schwäche,

sanft die Sonne dieses Eis zerbricht.

 

Nachts die Grade wieder tiefer sinken,

nachts im blassem, fahlen Mondenschein,

kalt und lautlos, heimlich, still versinken,

wächst das Eis dann wieder zu, allein.

 

Bleibt Ritual, täglich Spiel der Zeit,

ew'ger Kampf von Sonne gegen Eis,

wann wird Mutter Weltnatur befreit,

frei vom endlos scheinend kalten Weiß?

 

Leben wartet unterm eis'gen See,

ungeduldig wartet jeden Tag,

"Sonne komm und brich das Eis, den Schnee,

mach den Panzer weich, ich brechen mag."

 

© Dark Xperience

 

Wer ist beliebter: Frühling oder Winter?

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Kommentare: 2
  • #1

    kalle sechs (Dienstag, 24 März 2015 15:52)

    die lange Zeit der vermeintlichen Ruhe.
    Frost, Schnee beeinflussen die Pflanzen, alles was sich ausgeruht und auf die Zeit des Erwachen und das Wachsen warten. Gut beschrieben diese emotionale Jahreszeit und das warten auf den Frühling Alex.

    LG Kalle

  • #2

    Dark Xperience (Mittwoch, 25 März 2015 10:06)

    Ich danke für deine motivierenden Worte :)