Eine tragische Liebesgeschichte

Sie ist vierzehn, als Ralf sie das erste Mal sieht

und bevor er versteht, wie verrückt ihm geschieht,

hat er trotz des bestehenden Altersverschied'

sich Herz über Verstand in das Fräulein verliebt.

 

Ja, er möchte ihr seine Verliebtheit gestehen,

doch er zügelt sein stilles und tiefes Ersehnen,

denn so, statt mit ihr hoch auf den Wolken zu schweben,

hat gelernt er in dieser Gesellschaft zu leben.

 

Doch null Chance, er kann sie nicht einfach vergessen,

er versucht sie zu sehen und handelt bemessen

in dem Kreise der Freunde und stets angemessen

und im Einklang mit seinem Gesellschaftsversprechen.

 

Denn er ist doch bereits zwanzig, (Was sie nicht stört.)

als sie seine verheimlichte Liebe erhört,

sie ist bald auch Herz über Verstande betört,

was den beiden bald große Probleme beschert.

 

Denn sie ist doch fünf Jahre noch jünger als er

und wenn gleich sich auch beide so sehnen nach mehr

und den beiden das Warten so fällt tonnenschwer,

nein, sie kommen sich heute noch immer nicht näher.

 

Er erklärt ihr ganz lieb, dass sie warten noch muss,

bis zumindest zu ihrem, ja, Realschulabschluss

und so bleibt es nur immer bei "Ohne-Zung'-Kuss"

und dem "Händchen-nur-halten" als einzig' Genuss.

 

Doch der Tag, an dem endlich ihr Zeugnis sie hält,

und es nichts gibt, was letztlich zurück sie noch hält,

da ist ihre so zarte, jungfräuliche Welt

das Geschenk, das begehrlich bereit sie ihm hält.

 

Ja, man könnte jetzt wirklich beginnen zu meinen,

jetzt und nachdem sie endlich sich dürfen vereinen,

dass die Sterne der Liebe für beide nun scheinen,

wenn da jemand nicht wäre, der kann sie nicht leiden.

 

Und weil dieser, ja niemand, die Liebe nicht mag,

stellt er anonym einen Bestrafungseilantrag

und ganz plötzlich wird Ralf vor Gericht angeklagt

und er muss sich verantwort'n vor Vater und Staat.

 

Sie beteuert und weint, es war zwanglos und recht,

doch am Ende da hat sie kein Mitspracherecht.

Sie ist schließlich nur Kind, das vorm Richter hier spricht

Und dem glaubt als Erwachsener eben man nicht.

 

Denn er: Zwanzig plus Eins und das Mädchen erst sechzehn

und da muss er Verständnis doch zeigen, verstehen,

so vor ist es in Grund und Gesetz nicht gesehen

und nur deshalb muss er ins Gefängnis nun gehen.

 

Und so wandert er tausende Tränen nun ein

und er denkt, ach, es könnte nicht schlimmer noch sein,

doch im Knast geht herum, er ist "pädo", ein Schwein,

doch es hört keiner abends sein hilfloses Schrei'n.

 

Denn sie lassen ihn seine "Verbrechen" bezahlen

und die Demut und Schmerzen, die muss er erfahren,

so verzweifelt, gebrochen, mit eins-zwanzig Jahren,

nein, ich möchte die ganzen Details euch ersparen.

 

So vergeht fast ein Jahr dieser grausamen Zeit

und am Ende da ist es der Tod, der verweilt,

ihn von seinen, ja, Schmerzen und Qualen befreit,

an dem Tag, als sein Kindchen zum ersten Mal schreit.

 

Und es bricht ihr das Herz und die Welt in ihr ein

und sie denkt, ach ich könnte nicht trauriger sein,

denn nun ist sie mit ihrem Nachfahren allein

und ihr Freund wird nie wieder bei ihnen verweil'n.

 

Und so hält sie ihr Söhnchen mit Trauer im Arm,

ganz alleine erziehend mit siebzehn an Jahr'n,

um des Vaters Gedenken für immer zu wahr'n,

da erhält das Gebor'ne des Vater Vornamen.

 

© Dark Xperience

 

Wie groß darf der Altersunterschied zwischen zwei Menschen sein?

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