Hexenjagd 2.0

Im Lande unbegrenzter Möglichkeiten,

in dem sich Infos rasend schnell verbreiten,

wo man die Menschen leicht erreichen kann,

vernimmt man öfters einen fremden Klang.

 

Ganz gleich ob Texte, Bilder, Video,

sofort sind tausend Leute schadenfroh,

doch noch viel schneller kann die Stimmung kippen,

dann kommen böse Worte von den Lippen.

 

Im Dunst binärer Anonymität

erklingen Wut und Aggressivität,

die Menschen schreien Zeter, Mordio,

verlangen Tod und Folter sowieso.

 

Die Tiere quäl'n und harte Drogen spritzen,

man sollte ihnen Bauch und Hals aufschlitzen!

Und auch der Typ da hinten auf dem Bild,

der hat bestimmt auch seinen Trieb gestillt!

 

„Wir müssen schnell sie finden, diese Schweine!

Zusammentreiben! Werft die ersten Steine!

Wir müssen töten und den Tod verteilen,

denn kranke Schweine kann man niemals heilen!“

 

Es schaukelt sich der Mob im Zorn nach oben

und will Gerechtigkeit und Wahrheit loben,

denn schließlich sei man bürgerlich verpflichtet,

dass über Sünder man gemeinsam richtet.

 

So spricht man frei sich vor der echten Welt,

weil diese Justiz nur zum Täter hält

und darum ziehen sie mit Fackelfeuer,

zu richten selbst das Menschen-Ungeheuer.

 

Es stimmt doch stets, wenn alle was behaupten.

„Hey, die da hinten wollten mich berauben!“

Dann prügeln sie euch zornig in ein Grab.

„Das stimmte nicht? Dann habt ihr Pech gehabt.“

 

© Dark Xperience

 

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