Kopf verdreht (Realistisch)

Nur eine schwache Deckenlampe

erhellt die dunkle Szenerie,

ein grausiges Theaterstück

und nur wir beide führ'n Regie.

 

Erschlafft auf einem Stuhl aus Holz,

in dieser mondenlosen Nacht,

da schläfst du tief in meinen Fesseln,

bewegungslos dort fest gemacht.

 

Das wird sich augenblicklich ändern,

ich schütt' dir Wasser ins Gesicht

und eh du deine Augen öffnest,

da ist's mein Schlag, der hart dich trifft!

 

Du würdest jetzt wohl gerne schreien?

Doch hab' ich das nicht vorgesehen.

Ein Knebel steckt in deinem Mund.

So hört dich niemand schrei'n und flehen!

 

Die Furcht, sie flutet deinen Körper

und sicherlich auch dein Gehirn.

Der Schweiß, in kleinen, feinen Strömen,

der zeichnet ANGST auf deiner Stirn!

 

„Du fragst dich sicher grad warum

und wie du hergekommen bist,

und wieso du allein im Dunkeln

gefesselt auf 'nem Stuhle sitzt?“

 

Ich trete aus dem schwarzen Schleier,

um in die Augen dir zu blicken.

„Wie sieht es aus, erkennst du mich?“

Du antwortest mit einem Nicken.

 

Die Augen sind vor Angst geweitet,

schon fast zerrissen, starr vor Schreck.

Sie wandern rastlos hin und her

und suchen nach 'nem Fluchtversteck.

 

„Versuch's nicht einmal in Gedanken.

Ich werde meine Rache kriegen.

Man sieht sich zweimal stets im Leben

und diesmal kannst du nicht entfliehen!“

 

„Doch lass' mich just noch schnell erklären,

warum ich dich so innig hasse.

Vielleicht erinnerst du dich ja noch,

an damals, an die zehnte Klasse.“

 

„Es war ein warmer Juni-Tag

und alle mussten Prüfung schreiben.

Du saßst wie üblich neben mir,

doch konntest du mich niemals leiden.“

 

„Und weil du mich nicht leiden konntest,

hast du die Lehrer angelogen,

mir deine Spicker angehängt

und ich, ich bin dann raus geflogen!“

 

„Ich bin durch deine Tat gescheitert

und hab den Abschluss nicht geschafft!

Nur wegen dir, da hat mich Vater

mit seinem Lederstreif gestraft!“

 

„Nur deshalb wurd' ich rausgeworfen

und irrte ziellos durch die Stadt!

Nur deshalb nahm ich später Drogen,

weil's keine Arbeit für mich gab!“

 

„Du hast mein Leben voll versaut

mit dieser einen “kleinen“ Lüge,

drum kannst du sicher dir vorstellen,

dass ich dich nicht besonders liebe!“

 

Du schaust mich ganz verzweifelt an,

doch für Vergebung ist's zu spät.

Du wirst nie wieder Lügen können,

wenn ich dir erst den Kopf verdreht!

 

© Dark Xperience

 

Jup, kein Happy End, obwohl doch jeder selbst für sein Glück verantwortlich ist.

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