Nur ein Fremder

Im Licht entfachter Sonnenfinger

marschiert ein Fremder in die Stadt.

Ist er ein Junkie oder Trinker,

der etwas zu verbergen hat?

 

Das braune Antlitz scheint vernarbt,

als wär' sein Leben drauf geschrieben.

Er wirkt wie einer, der nur hat,

was ihm am Leibe ist geblieben.

 

Sein Mantel ist schon alt, zerschlissen

und auch sein Bündel ist voll Flecken.

Die Jeans verwaschen und zerrissen,

das könn' auch Flicken nicht verdecken.

 

Sein Hut wirkt schmutzig und verstaubt,

wie ein Relikt aus fernen Tagen.

Ist er im Lauf der Zeit ergraut?

Wie lang schon hat er ihn getragen?

 

Der Mann durchschwimmt die Menschenflut,

doch sieht man seine Augen nicht.

Der große, alte Cowboyhut

verdeckt geschickt sein Angesicht.

 

Die Menschenmasse wird zwar dichter,

doch geh'n die Leut' ihm aus dem Weg.

Nur scheele Blicke und Gesichter

begegnen ihm, wo er auch geht.

 

Er ist allein trotz tausend Menschen

und spricht nicht einen einz'gen Ton.

So viele, die ihm nichts bedeuten.

Er schwimmt allein im Gegenstrom.

 

Die Sonne sinkt, es leuchten Sterne,

der Mann verlässt die große Stadt.

Ihn zieht es weiter in die Fremde,

weil nichts er zu verlieren hat.

 

© Dark Xperience

 

Wenn ihr nichts mehr zu verlieren hättet, wohin würdet ihr gehen?

Verratet es mir in den Kommentaren. ;)

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