Hu Zheng - Game Of Life
Hu Zheng - Game Of Life

Stumme Schreie

Von Falten das Gesicht gezeichnet,

mit braunen Flecken übersät

und deine Haut wie Pergament,

so rissig, trocken, ungepflegt.

 

Du hast dich selbst schon viel zu lang

im Spiegel nicht erblicken können.

Du bist zu schwach, bewegungslos,

doch Gott will dir den Tod nicht gönnen.

 

Ein auf dem Wasser treib'nder Baum,

es wird von Tag zu Tag nur schlimmer,

die Muskeln hör'n nicht mehr auf dich,

du liegst allein in deinem Zimmer.

 

Die Augen haben aufgegeben,

auch das Gehör, es will nicht mehr,

der Mund vertrocknet, stumm, versiegelt,

du treibst allein im off'nen Meer.

 

Nur dieses Ding in deinem Schädel,

das will die Arbeit nicht quittieren

und wenn die Medis nimmer helfen,

beginnst du oft zu fantasieren.

 

Sie können deinen Schmerz nicht spüren,

sie spritzen einzig was zum Schlafen,

wenn röchelnd du vor Schmerzen stöhnst

und leise piepst der Kardiographen.

 

Doch dass dein Geist noch funktioniert,

das werden sie wohl niemals wissen.

So siechst du wartend vor dich hin,

bewegungslos auf deinem Kissen.

 

Verzweiflung macht sich in dir breit

und Hoffnung wandelt sich in Wut,

doch selbst die Tränen sind versiegt,

es fließt nur stumm dein altes Blut.

 

© Dark Xperience

 

Schwieriges Thema: Sterbehilfe - Ja oder Nein?

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