Foto: Mrs. Thea Photography - Model: Mrs. ChibiChan
Foto: Mrs. Thea Photography - Model: Mrs. ChibiChan

Traumwandler (Spiegeltraum)

Die Nacht vor Stunden längst erwacht,

hab ich dich um den Schlaf gebracht.

Den Bildschirm nah vorm Angesicht,

siehst du mich an, doch siehst mich nicht.

 

Ich bin doch nur ein kleines Bild,

das deinen Traum der Sehnsucht stillt

und seh dich ohne Regung an,

doch schließlich bist du nur ein Mann.

 

Ein Mann, der Liebe noch begehrt

und denkt, sie bliebe ihm verwehrt,

drum blieb ihm nur der Bildersegen,

um seinen Liebestraum zu leben.

 

Denn wenn mich deine Augen blicken,

sie deinen Traum auf Reisen schicken,

in stiller Hoffnung, irgendwann,

er kommt schon irgendwie hier an.

 

So bleibst du hinterm Spiegelschirm,

willst schließlich meine Ruh' nicht stören

und schreibst mir niemals einen Brief,

der meinen Namen zu sich rief.

 

Ich bleib allein in meinem Zimmer,

umringt vom Licht, vom Displayschimmer

und weiß, es könn' mich tausend sehen,

doch niemals leibhaft vor mir stehen.

 

Die meisten werden ungemein

wohl stetig ohne Antlitz sein,

verborgen hinter Fakeprofilen,

um mit der Fantasie zu spielen.

 

Doch diese wollen nur das Eine,

die tollen Kurven, Arsch und Beine,

vom Scheitel bis zu meinen Zehen,

viel nackte Haut und alles sehen.

 

Die Kam'ras klicken, Blitzgewitter,

mein Bild auf Facebook, Google, Twitter,

die Leute jubeln, klicken, teil'n,

doch bleib' ich weiterhin allein

 

und träum' von Liebe, schönen Dingen,

die zwei einander näher bringen.

Ich träum' vom Küssen, Kuscheln, Lachen

und tausend and'ren tollen Sachen.

 

Na klar, es ist schon toll zu sein,

begehrt, verehrt, im Blitzlichtschein.

Ich habe Spaß und zeig' mich auch,

doch manchmal, tief in meinem Bauch,

 

da meldet sich, zuweil ganz lüstern,

ein kleines, freches, leises Flüstern.

Erzählt mir strahlend, voll Begehren,

wie schön doch fremde Hände wären,

 

die mich beschützen und umgarnen

und zart von hinten mich umarmen.

Dann sehe ich die Kam'ras an

und träum' von einem lieben Mann.

 

Von einem Mann, der mich begehrt,

den keiner meiner Fehler stört,

der mich so nimmt, so wie ich bin,

'ne starke Frau mit inn'rem Kind.

 

Dann schau' ich in die Objektive

und träum' von dir und deiner Liebe

und banne meinen Traum aufs Bild,

auf dass mein Herz bald Liebe fühlt.

 

Doch siehst du nicht an meinem Blick,

dass dieser einen Traum verschickt,

dann werden wir uns nie erhör'n,

getrennt durch einen Spiegelschirm.

 

© Dark Xperience

 

Wer war euer erster (unerreichbarer) Schwarm?

Schreibt es mir in die Kommentare. ;)

Credits

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