Wertlos

So wie jeden Abend steht sie

An der gleichen Straßenstelle

Und lauscht wie immer der Melodie

Der hupenden Blechlawinenwelle

 

So wie jeden Abend hat sie sich

Zu sexy geschminkt und aufgestylt

Und steht wie immer am Straßenstrich

Und wartet still, dass man um sie freit

 

Es macht ihr keine echte Freude

Doch sie sagt, sie hat keine Wahl

Und so ist sie nur die willige Beute

Von Männern mit Zahlungsmoral

 

Wie so oft grübelt sie über ihr Leben

Und stellt sich vor, wie es wohl wär'

Hätte es IHN niemals darin gegeben

Und mit ihm keinen Geschlechtsverkehr

 

Sie war zu jung, zu naiv und zu betrunken

Hatte sich keine Gedanken gemacht

Sie war willig in seinen Armen versunken

Und schwanger wieder aufgewacht

 

Und dann hatte er vieles versprochen

Hatte sogar um ihre Hand angehalten

Er hatte alle Versprechen gebrochen

Und sie alle seine Schulden behalten

 

Sie war zu jung, um etwas zu lernen

Mit Kind wollte sie keiner mehr nehmen

Und um ihre Schulden zu entfernen

Beschloss sie anschaffen zu gehen

 

So war sie letztendlich hier gelandet

Und hoffte, dass es nicht für immer sei

Sie fühlte sich, als wär' sie gestrandet

Und würde sein niemals schuldenfrei

 

Dass alles hoffnungslos wäre, nein

Damit wollte sie sich nicht abgeben

Eines Tages würde sie sich befreien

Und aufbrechen in ein besseres Leben

 

Sie wollte ihrem Kinde etwas bieten

Wollte jemand sein, der etwas besaß

Sie würde sich ein Häuschen mieten

Und dort hätten sie dann viel Spaß

 

Ein schwarzes Auto hält neben ihr an

Während sie in ihren Träumen versinkt

Und ein muskelbepackter älterer Mann

Sie auffordernd zu sich heran winkt

 

Wortlos steigt sie in den Wagen

Setzt ihr schönstes Lächeln auf

Nur hübsch lächeln, keine Fragen

Ja, da stehen die Kerle drauf

 

Und er fährt mit ihr durch die Stadt

Nebenbei läuft im Radio leise Musik

Schweigend erträgt sie die Fahrt

Während die Welt vorüber zieht

 

Sie denkt an ihr kleines Mädchen

Dass sie vorhin in ihr Bettchen gelegt

Ja, ihr wunderbares, süßes Gretchen

Für dass sie das alles hier erträgt

 

Sie wird aus ihren Gedanken gerissen

Als der Wagen zum Stehen kommt

Wo sind wir hier, möchte sie wissen

An deinem Grab, antwortet er prompt

 

Und die Panik jagt durch ihren Körper

Sie will fliehen und nur noch hier weg

Doch der starke und potentielle Mörder

Knallt ihren Kopf auf das Amaturenbrett

 

Das Blut schießt aus ihrem Schädel

Und Sterne tanzen vor ihren Augen

Alles dreht sich und ihr wird übel

Der Schmerz will ihr die Sinne rauben

 

Seelenruhig steigt er aus dem Wagen

Geht zur Beifahrerseite und reißt die Tür auf

Ein Schlag ins Gesicht, einer in den Magen

Sie kotzt sich die Seele aus dem Leib heraus

 

Und dann zerrt er sie an ihren Haaren

Reißt ihr gewaltsam die Kleidung vom Leib

Zwingt sie mehrfach, sich mit ihm zu paaren

Während sie vor Schmerzen lautstark schreit

 

Ohne Gnade, Scham oder Mitgefühll

Missbraucht er sie auf jede mögliche Weise

Das Blut in ihren Adern wird langsam kühl

Und ihre Schreie werden langsam leise

 

Du hast es doch nicht anders gewollt

Das ist doch dein einziger Lebenszweck

Während er sich befriedigt von ihr rollt

Du bist nur ein wertloser Haufen Dreck

 

Während sie noch am Boden liegt

Zieht er sich in aller Ruhe wieder an

Geht dann zurück zu seiner Karrosserie

Öffnet und hebt die Kofferraumklappe an

 

Er kommt zurück mit einem Schrotgewehr

Sieht in ihr tränenverschmiertes Gesicht

Seine Augen sind schwarz, kalt und leer

Ihre Schmerzen interessieren ihn nicht

 

Er drückt die Mündung auf ihr Haupt

Betätigt den Abzug, ihre Ängste vergehen

Die Kugel zerfetzt ihre Schädelhaut

Ihre Tochter wird sie niemals wieder sehen

 

© Dark Xperience


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