Zwielicht

Es war einmal vor sehr langer Zeit

Denn so fang' ja viele Geschichten an

Da war das Leben noch voller Fröhlichkeit

Und man selbst noch voller Tatendrang

 

Ja, es war sehr schön im hellen Licht

Beinah paradiesisch würd' Ich meinen

Doch Geschichten gibt's dort nicht

Die es lohnt sich aufzuschreiben

 

Nein, das Leben im Licht ist doch toll

Da gibt es doch nichts zu schimpfen

Dort ist es doch einfach wundervoll

Da gibt es nichts zum Verunglimpfen

 

Doch das helle Licht ist nur Schein

Und es blendet die Menschen sehr

Unter ihnen fühlte Ich mich so allein

Und war auf der Suche nach mehr

 

Sie verschließen ihre blinden Augen

Und wollen die Wahrheit nicht sehen

Sie wollen an nichts anderes glauben

Und auch nichts anderes verstehen

 

Ja, denn auch im Lichterparadies

Ist schon lange nichts mehr perfekt

Und die Geister, die man dort rief

Werden im hellsten Licht versteckt

 

Sie lügen sich ihre Wahrheit zurecht

Hauptsache ihre Welt bleibt bestehen

Selbst ihre Spiegelbilder sind unecht

Sie wollen nur ihre Masken sehen

 

Nein, das war nicht mehr meine Welt

Ich war ihrer ganzen Heuchelei so satt

Zu vieles aufgesetzt und nur gestellt

Und deshalb verließ Ich die Lichterstadt

 

Ich wollte es nicht mehr ertragen

Wollte den ganzen Lügen entfliehen

Hatte so viele brennende Fragen

Die mir wichtig und real erschienen

 

Ich wollte nur spüren, dass Ich lebe

Mich nicht ein Leben lang verstellen

Bevor Ich mich den Lügen ergebe

Und meine Träume an ihnen zerschellen

 

Tränen in den Augen, Ich rannte hinfort

Ließ diese ganze Falschheit hinter mir

Weg von hier, zu einen besseren Ort

Bevor Ich mich im Lügenmeer verlier'

 

Warum konnten sie nicht einsehen

Dass sie geblendet waren vom Licht ?

Und warum wollten sie nicht verstehen

Dass mich das von innen zerbricht ?

 

Und Ich rannte und stürzte und fiel

Doch die Dunkelheit hatte Erbarmen

Ich spürte, die Nacht war mein Ziel

Sie empfing mich mit offenen Armen

 

Und Ich versank in der Schwärze

Tauchte immer tiefer in sie hinein

Der ganze Ballast in meinem Herze

Wollte hier begraben mit mir sein

 

Und Ich ließ meine Tränen fließen

Fühlte mich verstanden und beschützt

Doch je mehr Tränen mich verließen

Umso mehr hat mich das Dunkel ausgenutzt

 

Sie wollte immer mehr von mir haben

Begann immer tiefer in mich einzudringen

Immer weiter wollte sie mir schaden

Wollte mich und meine Seele verschlingen

 

Ich habe nicht gespürt, nicht erkannt

Dass auch die Finsternis nur Lüge ist

Doch befind Ich mich im Schattenland

Dass mich nun von innen heraus zerfrisst

 

Es nagt an meiner gepeingten Seele

Die bereits mit Narben überzogen war

Die Schreie ersticken in meiner Kehle

Ist ein Entkommen noch machbar ?

 

Ich habe die Wahl, es liegt an mir

Werde Ich vergehen oder werden ?

Überwiegt die Todes- oder Lebensgier ?

Werde Ich kämpfen oder sterben ?

 

Nein, Ich werde nicht aufgeben

Werde mich nicht im Dunkeln verlieren

Mein Entschluss steht fest, Ich will leben

Und meine ganzen Träume realisieren

 

Und Ich kämpfe mich durch die Nacht

Stelle mich den Ängsten und Dämonen

Schreite voran, kämpfe mit aller Macht

Gegen die falschen Träume und Illusionen

 

Der Weg hinaus ist länger als der hinein

Doch ein Aufgeben kommt nicht in Frage

Komme wieder näher dem Sonnenschein

Den Ich doch in meinem Herzen trage

 

Die Antworten, nach denen Ich gesucht

Sie waren die ganze Zeit schon in mir drin

Doch hätt' Ich nicht die Dunkelheit besucht

Hätte Ich niemals gewusst, wo Ich sie find'

 

Ich werde nicht ins Licht zurück gehen

Und der Dunkelheit nie ganz entkommen

Doch im Zwielicht beginne Ich zu verstehen

Ich bin endlich zu Hause angekommen

 

© Dark Xperience


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