Hass & Verzweiflung

(Intro einer ungeschriebenen Geschichte)

 

Warst du jemals so dermaßen berauscht, dass du das Gefühl hattest, die Welt durch einen Spiegel zu betrachten? Unfähig zu handeln, stehst du hinter dem Glas und trommelst gegen die Scheibe, während die Welt vor deinen Augen an dir vorüberzieht.

 

Doch weder Alkohol, noch Drogen brachten dich an diesen Ort, nein, es waren deine eigenen verfluchten Gedanken, die dich in dieses Zerrbild der Realität gezogen haben. In diese dunkle Illusion, die wie ein Uhrwerk in deinen Synapsen kreist.

 

Tick. Tack. Tick. Tack.

 

Unermüdlich drehen sich die Räder, Spiralen und Federn in deinem Schädel und ziehen dich immer tiefer in den schwarzen Abgrund deiner Seele. An einen Ort, an dem es weder Licht, noch Hoffnung gibt. Nur unentwegte Dunkelheit.

 

Und sie wächst.

 

Wie ein hungriges Tier, dass sich langsam durch deinen Verstand frisst. Genährt von deinen Ängsten und einer unbändigen, alles verschlingenden Wut. Eine Wut auf alles: Auf die Welt, auf die Menschen, auf dich selbst. Doch du kannst nichts tun. Du bist machtlos. Lediglich eine Hülle, die sich von ihren Trieben und Instinkten leiten lässt.

 

Und irgendwann wachst du auf und es scheint, als wäre das alles nur ein böser Traum gewesen.

 

Doch das war es nicht.

 

Und du erkennst, welches Leid du über die Menschen gebracht hast.

 

~

 

Ich habe so vielen Menschen weh getan. So vielen, die mir früher einmal nahe standen.

 

Bewusst.

 

Unbewusst.

 

Scheißegal.

 

Sie sind alle fort.

 

~

 

Einst habe ich einen Engel geküsst und wähnte mich im Paradies.

Ich war verliebt. Ich war frei. Ich war glücklich.

 

Bis man ihn mir nahm.

 

Unbarmherzig rissen sie ihn mir aus den Fingern und nur eine klaffende, blutende Wunde verblieb an der Stelle, an der einst mein Herz geschlagen hatte.

 

Ich versuchte den Schmerz zu bekämpfen. Versuchte diese Leere in mir, wieder mit Sinn und Leben zu erfüllen, doch keine Hure dieser Welt vermochte, mich aus meiner Agonie zu reißen.

 

Ich machte weiter. Schrieb mir meinen Hass von der Seele. Wurde ein gefeierter Star. Drei Millionen für mein zerrissenes Herz. Scheiß drauf. Wer braucht schon Gefühle, wenn er Koks und Nutten haben kann?!

 

Das Leben besteht doch sowieso nur aus scheißen, fressen und ficken und alles andere ist lediglich die Lüge, die wir uns selbst erzählen, damit wir uns besser fühlen.

 

Nein, für mich gibt es nichts mehr auf dieser Welt.

Nichts, für das es sich zu leben lohnt. Nichts, das es wert wäre, darum zu kämpfen.

 

Nein, am Ende sind das alles doch wieder nur beschissene Illusionen, die in sich zusammen-brechen und in meinen Händen zu Staub zerfallen, sobald ich wage, sie zu berühren…

 

© Dark Xperience 

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Kommentare: 1
  • #1

    Dark Owl (Sonntag, 30 April 2017 12:42)

    hallo,

    du hast mich wahnsinnig abgeholt und mitgenommen. Irgendwie habe ich mich in den Worten, die hart und so knall hart sind, wieder gefunden.
    Wahnsinnig tiefgreifend und ein sehr berührender Text, ich danke dir wirklich dafür !

    Ganz liebe Grüße
    Dark Owl