Ankita (V.i.V. Teil 2)

Prolog


Nachdem ein Meteorit im Jahre 2078 die Erde zerstört hatte, befindet sich die Menschheit auf dem durch Terraforming bewohnbar gemachten Planeten X und die Konzerne, die damals die führenden Wissenschaftler und einige tausend Menschen gerettet hatten, beherrschen diese neue Welt.


Doch waren es eben auch jene Konzerne, die die technologischen Fortschritte voran peitschten. Technologie, die es der Menschheit erlaubte, noch tiefer in den Weltraum einzudringen und unzählige weiterer Kolonien zu gründen. 


Das Wirken der Menschen blieb jedoch nicht unbemerkt und im Jahr 2218 kam es dann zum ersten Kontakt zwischen den verschiedenen Rassen des Universums. Es gab gute Beziehungen, es gab Feindseligkeiten untereinander, Wissen wurde untereinander ausgetauscht und auch die Magie erlangte mit der Zeit immer mehr an Bedeutung.


Und nun schreiben wir das Jahr 4077...

 

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Eine schwarze Limousine bahnt sich ihren Weg durch die Neon-überfluteten, dreckigen  Straßen der Stadt Brogatory. Links und rechts ihres Weges tummeln sich unzählige obskure Gestalten in dem gelblichen Schimmer der nächtlichen Beleuchtung. Orks, Elfen, Menschen und seltsam verformte Wesen von anderen Planeten teilten sich den viel zu engen Platz auf den Bürgersteigen. Manche von ihnen sind wahrscheinlich nur Glücksritter und auf der Suche nach einem kleinem Abenteuer, während andere sich mit dem illegalen Verkauf von Cyber-Ware und Kick-its, Space-Mellons, Fire-Bullets oder anderen Drogen über Wasser halten. Ja, der Schwarzmarkt floriert wie ein Krebsgeschwür in den Eingeweiden ihrer Einwohner und wer nicht gut genug aufpasst, der findet sich, schneller als ihm lieb ist, samt seiner A.C.I.D. zerfressenen Überreste in dem stinkenden Kadaver der Stadt wieder. 


Das Fenster im hinteren Teil der Limousine öffnet sich und das Gesicht einer jungen Frau kommt zum Vorschein. Ihre leuchtend lilafarbenen Haare und die stechend blauen Augen passen wunderbar zu dem schmal geschnittenem Gesicht und während sie versucht die Geräusche der Außenwelt in sich aufzunehmen, zucken ihre spitzen Ohren. Ein Lächeln manifestiert sich auf ihren dünnen Lippen, doch vergeht es ihr, als ein beißender Gestank ihre Geruchsnerven strapaziert und sie dazu zwingt das Fenster wieder zu verschließen. Sie wendet ihren Blick von der Außenwelt ab und konzentriert sich erneut auf den jungen Begleiter, der ihr gegenüber sitzt. In seinem schwarzen Anzug mit dem darüber geworfenen Trenchcoat, dem alten Hut und der viel zu großen Brille, erinnert er sie ein wenig an die Detektive aus den Erden-Filmen der 1960er Jahre, die man vor geraumer Zeit rekonstruieren konnte und die seitdem in sämtlichen Holo-Theatern rauf und runter gespielt wurden. Sie mag diese Art von Filmen, auch wenn sie der Meinung ist, dass die Menschen damals einen sehr seltsamen Modegeschmack hatten. Konzentriert blickt ihre Begleitung auf den Holo-Schirm, der vor ihm schwebt und betätigt lautlos die Buchstaben auf der Holo-Tastatur.


„Warum müssen wir ausgerechnet in diesen Teil der Stadt?“ spricht die Blauäugige merklich angewidert ihren Begleiter an. „Du weißt ganz genau, dass ich diesen Teil der Stadt nicht sonderlich mag.“ Ihr Begleiter schaut zu ihr auf und lacht, als er das verzerrte Gesicht der Elfentochter sieht. „Na sieh mal einer an, die werte Liane ist es wohl nicht gewohnt im Dreck der Stadt zu spazieren?“ Er seufzt und fährt mit seiner Rede fort, ehe sie ihm antworten kann: „Wir sind hier, weil der Konzern es so wollte. Die Sicherheitsbeamten haben eine Schamanin geschnappt, die vor einiger Zeit eine unserer Filialen in der Unterstadt angegriffen und dabei C-IPs der allerneusten Generation gestohlen haben soll. Und genau diese müssen wir zurück holen.“ „Und warum musste dann ausgerechnet ich mitkommen?“ beschwert sich Liane: „Ich habe es heute endlich geschafft die letzten Fehler in den RHD-E-IPs zu beseitigen und wollte mich zur Feier des Tages mal wieder einer Party hingeben und jetzt sitze ich hier und durchquere mit dir zusammen den Abschaum der Stadt. Verdammt, Charles, ich bin Wissenschaftlerin und keine Polizistin.“ Ihr Partner antwortet ihr nicht direkt, sondern tippt stattdessen rasch ein paar Befehle in die Tastatur und dupliziert mit einem letzten Klick sein Display auf ihren eigenen Holo-Schirm. Das Gesicht einer schwarzhaarigen Frau blickt Liane finster an, doch die Wissenschaftlerin widmet ihre Aufmerksamkeit der Informationen, die neben dem Foto angezeigt werden.


Name: Ankita

Nachname: (Unbekannt)

Geburtsjahr: 4052

Alter: 25


Liane überspringt die Lebensgeschichte der jungen Frau und liest nur den letzten Polizeieintrag.


»...wurde die Black-Blood-Schamanin Ankita bei dem Versuch aufgegriffen gestohlene C-IPs der V.i.V. Corporation auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Das Subjekt leugnet jedoch jegliche Beteiligung an dem Überfall und behauptet stur, dass sie lediglich den Auftrag bekommen hätte, die Ware weiter zu geben. Sämtliche Versuche, weitere Informationen bezüglich ihres Auftraggebers zu erhalten, scheiterten...«


Die Elfin blendet den Schirm aus und blickt ihre Begleitung fragend an: „Und was hat das jetzt mit mir zu tun?“ Wieder tippt Charles auf die Tastatur und ein weiterer Text erscheint auf dem Schirm der Spitzohrigen. Genervt verdreht sie die Augen und liest gezwungenermaßen den Text.


»Mister Orlando, ich beauftrage sie hiermit mit Fall CXV27Z. Finden sie heraus, wo die gestohlenen C-IPs verblieben sind und beschaffen sie sie wieder. Bei der gestohlenen Ware handelt es sich um Prototypen, die äußerst wichtig für den Konzern sind. Aus sicherheitstechnischen Gründen kann ich ihnen leider keine weiteren Informationen zukommen lassen, aber ihnen wird eine Wissenschaftlerin zur Seite gestellt, die die Prototypen erkennen wird. Ich glaube, ich muss nicht betonen, wie wichtig dieser Auftrag für die Firma ist und dass er strengster Geheimhaltung unterliegt. Sollten die C-IPs in die falschen Hände geraten, drohen uns äußerst schwerwiegende Probleme. Dies ist ihre letzte Chance. Enttäuschen sie mich nicht. Alle weiteren Fragen wird ihnen die beauftragte Wissenschaftlerin beantworten können. Hochachtungsvoll, Adam Bandon – Leitender STC«


Fragend sieht Liane ihrem Begleiter ins Gesicht: „Die letzte Chance?“ Charles grinst und antwortet: “Sagen wir einfach, dass mein letzter Auftrag nicht so gelaufen ist, wie er hätte laufen sollte. Aber wie dem auch sei. Eigentlich muss ja ich sie fragen, warum sie mich begleiten sollen. Hat unser Auftraggeber ihnen denn nicht mitgeteilt, worum es bei dieser Mission geht?“ Liane schüttelt verneinend mit dem Kopf. „Nein. Jedenfalls nicht ausführlich. Sie sagten nur, dass es um eine meiner Arbeiten geht und ...“ Mit einem Mal fällt es ihr wie Schuppen von den Augen und sie schlägt sich die Hand vors Gesicht. „Oh, mein Gott, nein, das kann nicht sein.“ murmelt sie erschrocken und aktiviert nun ihrerseits die Holo-Tastatur. Rasch tippt sie ein paar Befehlen in das Kommandofenster und fährt mit ihrem Monolog fort: „Wenn sie wirklich die Kinetics gestohlen haben, dann haben wir ein ernst zu nehmendes Problem.“ „Entschuldigen sie, ich kann ihnen gerade nicht folgen.“ unterbricht Charles ihre Gedanken: „Wer oder was sind die Kinetics?“  Liane scheint gefunden zu haben, wonach sie gesucht hat, lässt sich in den schwarzen Ledersitz fallen und schlägt entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen, bevor sie ihm antwortet:.„Die Kinetics sind eine meiner neusten Erfindungen. Cyber-Implants, die es ihrem Träger ermöglichen die Elemente zu beherrschen und auch die Körperkraft um ein vielfaches steigern. Jedoch sind sie noch nicht ganz ausgereift und verursachen bei ihren Wirten irreparable Mutationen, die…“ „Wir sind da.“ unterbricht sie der Fahrer der Limousine.


Gespannt schauen die beiden aus dem Fenster und blicken auf das Bezirkspräsidium der Polizei. Es ist ein altes, mehrstöckiges Gebäude, dessen aschgraue Wände mit Graffiti „verschönert“ wurden und selbst die Eingangstür wurde mit solch einem zweifelhaftem Kunstwerk geschmückt.  Zwei schwer gepanzerte Einsatzkräfte stehen vor dem Gebäude und sichern den Zugang. Beide halten sie große Plasma-Werfer in den Händen und beäugen misstrauisch jeden, der an ihnen vorbei läuft. Einer der beiden, ein großgewachsener Ork, scheint ein Schamane zu sein. Sein Gesicht ist mit einem seltsamen Symbol bemalt und auf seiner Schulter sitzt etwas, das Liane irgendwie an einen kleinen Teufel erinnert.


Vorsichtig nähert sich der Ork der Limousine und klopft an das Fenster, während er die Waffe auf den Wagen gerichtet hält. „Wer sind sie und was wollen sie hier?“ Charles öffnet das Fenster und hält dem Polizisten seinen Dienstausweis entgegen. „Wir kommen im Auftrag der Firma und müssen mit ihrem Chef sprechen.“ Er überreicht dem Ork das Holo-Dokument, was dieser flüchtig überfliegt. Er senkt seine Waffe und gibt Charles das holographische Schriftstück zurück. „Entschuldigen sie, wir stehen im Moment etwas unter Druck. Die Gangs sind zur Zeit wieder sehr aktiv und erst vor wenigen Tagen gab es einen Angriff auf unser Revier.“ „Schon okay.“ antwortet Charles und lächelt dem Polizisten freundlich zu. Dann steigt er, dicht gefolgt von der Wissenschaftlerin, aus dem Wagen. Plötzlich fängt der kleine Teufel auf der Schulter des Orks zu lachen an und stützt sich quietschend auf Liane. Ungeniert landet er auf ihren Brüsten und liebkost sie, als wären es zwei Pampelmusen. Die Wissenschaftlerin kreischt auf und versucht verzweifelt sich von dem kleinem Kerl zu befreien, während Charles sich beim Anblick dieses Schauspiels nicht beherrschen kann und anfängt laut zu lachen. Der Ork brüllt etwas unverständliches und sofort lässt der Kleine von ihr ab, doch ehe der Polizist sich bei ihr entschuldigen kann, faucht sie ihn wütend an: „Diese verdammten, kleinen Geisterdämonen. Ich hasse diese Viecher. Jedes Mal habe ich Probleme mit ihnen und du...“ Mit zornigem Blick und rotem Kopf zeigt sie auf Charles und brüllt: „...hör auf zu lachen, verdammt, das ist nicht lustig! Und jetzt lass uns endlich hinein gehen.“ Sie lässt den Polizisten und ihren Begleiter stehen und stampft wütend und fluchend zum Eingang des Präsidiums.


Bevor er ihr folgt, dreht sich Charles noch einmal zu dem Ork um, dem die ganze Situation sichtlich peinlich ist und spricht: „Machen sie sich keinen Kopf. Sie wird sich wieder beruhigen und ihr Chef wird auch nichts von diesem kleinem Zwischenfall erfahren.“ Er klopft dem Schutzmann aufmunternd auf die Schulter und jenem fällt sichtbar ein Stein vom Herzen. Dann läuft Charles der aufgebrachten Elfe hinterher und betritt mit ihr zusammen das Gebäude. Eine große Halle nimmt sie in Empfang und sowohl links, als auch rechts von ihnen befinden sich ein Dutzend Aufzüge. „Der Ork hat nicht übertrieben.“ geht es Charles durch den Kopf, als er die tausenden Einschusslöcher in den Wänden sieht und auch der Empfangstisch am Ende der Halle ist arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dahinter befindet sich eine rothaarige Empfangsdame in einem schwarzem Anzug und schon während die beiden sich ihr nähern, begrüßt diese sie mit den Worten: „Willkommen im Polizeipräsidium Ost 3. Wie kann ich ihnen helfen?“ Nun kann Charles erkennen, dass es sich bei der Dame auch um eine Elfe handelt und sie hat ein ebenso spitzes Gesicht und große Augen wie seine Begleitung. Für einen Moment überlegt er, ob er ein wenig mit ihr flirten soll, aber das böse Funkeln in den Augen seiner Begleitung hält ihn davon ab.  Er räuspert sich kurz, um sich von der gruseligen Ideen abzulenken, dass Liane seine Gedanken lesen kann und spricht dann zu der Empfangsdame: „Entschuldigen sie bitte, wir kommen im Auftrag der V.i.V. Corporation und sollen hier jemanden namens Ankita abholen.“ Als die Rothaarige den Namen vernimmt, verwandelt sich ihr bezauberndes Gesicht für den Bruchteil einer Sekunde in eine Fratze, die zeitgleich Überraschung und Sorgen zum Ausdruck bringt. Dann rutscht ihr ein leises „Oh, sie tun mir jetzt schon leid.“ heraus, bevor sie den beiden die Informationen gibt, die sie brauchen: „Nehmen sie bitte den dritten Aufzug auf der linken Seite und fahren hoch in die zwölfte Etage. Mein Chef wartet dort schon persönlich auf sie.“ „Was meinen sie damit, wir täten ihnen jetzt schon leid?“ will Liane wissen, doch ihre Artgenossin hüllt sich in Schweigen und verweist mit einem Lächeln auf den Aufzug.


Kaum haben sie den Fahrstuhl betreten, erklingt eine leicht vor sich hin spielende Musik. Charles verzieht das Gesicht zu einer grotesken Fratze. „Oh man, ich hasse diese Musik. Die wird von Jahr zu Jahr schlimmer.“ Liane bedenkt ihm mit einem abfälligen Blick und murmelt zynisch: „Denken sie doch an die kleine Rothaarige, die sie so lüstern angeguckt haben.“ „Oh, keine Sorge, Miss “Steif wie ein Brett“, ich werde dich schon nicht angraben.“ beantwortet Charles grinsend die Anspielung seiner Begleitung. Sie will gerade aus der Haut fahren und ihm eine Standpauke zum Thema Sexismus verabreichen, als sich die Tür öffnet und sie von einem gut gekleidetem Zwerg mit rotem Bart und einem Scanner am rechten Auge in Empfang genommen werden. Er wirkt äußerst angespannt und genervt und begrüßt sie mit den Worten: „Endlich sind sie da. Dann bin ich diese verdammte Nervensäge endlich los.“ „Wie meinen?“ hakt Charles nach und will es genauer wissen und der Zwerg erzählt weiter, während er sie durch die sterilen Gänge führt: „Ankita, das Mädel, wegen dem ihr hier seit. Diese Furie ist die Hölle und hat fast die Hälfte unserer Mitarbeiter verletzt. Wir mussten unsere ganze Kraft aufbringen,  um sie ihn Gewahrsam nehmen zu können. Und dann hat es auch noch eine Ewigkeit gedauert, bis wir sie mit magischen Bannkreisen belegen konnten, um sie am Geisterbeschwören zu hindern.“


Sie biegen um eine Ecke und erblicken eine ganze Reihe von schwarzen Gitterstäben, an denen solche Bannkreise angebracht sind und schwere Plasma-Kanonen sind zusätzlich auf die Inhaftierten gerichtet. „Scheinbar sind wir hier im Gefängnis-Trakt.“ geht es Liane durch den Kopf, als sie die Zellen passieren und die Gefangen anfangen ihr hinterher zu pfeifen und obszöne Bemerkungen zu machen. Die Elfin fühlt sich, als würden die Blicke der Männer sie ausziehen und die Schamesröte steigt ihr ins Gesicht. Doch ist es nicht die Scham, die in ihrem Elfenblut kocht, sondern die Wut und Charles ist froh, dass zwischen ihr und den Inhaftierten diese schweren Gitterstäbe angebracht sind. Wer weiß, was sie sonst mit den Gefangenen anstellen würde. „Am liebsten würde ich jedem einzelnen dieser Drecksviecher den Hals umdrehen.“ knurrt die Blauäugige und Charles versucht sie zu beruhigen: „Ach, mach dir doch nichts aus denen. Die haben wahrscheinlich nur schon lange keine Frau mehr gesehen.“ Doch statt sie zu beruhigen, bringt er sie nur noch mehr in Rage und die Elfin schreit in Richtung der Zellen: „Haltet eure verdammte Schnauze oder ich reiß euch persönlich das Herz aus der Brust!“ Augenblicklich verstummen die Männer und der Zwerg fängt an zu lachen. „Oha, diese Elfe hat aber Feuer im Blut. Aber spare dir das lieber für Ankita auf, statt es an diesen Abschaum zu vergeuden.“ 


Am Ende des Ganges bleiben sie vor einer einzelnen Zelle stehen, die über und über mit Bannsprüchen versehen ist. „Ach, ich glaube, ich habe mich noch nicht vorgestellt. Mein Name ist Thyk und ich bin der Chef von diesem Laden hier. Und nun wünsche ich ihnen viel Spaß. Da ich bereits das Vergnügen mit der Dame hatte, werde ich hier draußen auf sie warten.“ Verwundert blickt Charles ihn an. „Ein Zwerg, der Angst hat?“ rutscht es ihm heraus und bereut im gleichen Augenblick seine Worte. Zwerge sind nicht unbedingt für ihre Gutmütigkeit bekannt. Angriffslustig funkeln die Augen des Polizeichefs, als er antwortet: „Ich tue jetzt ausnahmsweise mal so, als hätte ich das nicht gehört. Ihr werdet da drin schon genug Spaß mit dieser Furie haben.“ Dann öffnet er die Zelle und die beiden treten mit einem unguten Gefühl hinein.


Die beiden V.i.V. Mitarbeiter erschrecken sich, als Thyk die schwere Gittertür hinter ihnen ins Schloss schmeißt und eine raue Stimme ungehalten aus der Dunkelheit kommentiert: „Verdammt, geht das auch etwas leiser?“ Plötzlich geht das Licht in der Zelle an und taucht den Raum in ein kaltes Blau. Sie erblicken eine schwarzhaarige Frau, die auf einem provisorischem Bett liegt. Wobei 'Bett' noch nett formuliert ist. im Grunde liegt sie nur auf einer Matratze und ist mit einer dünnen Decke zugedeckt. Die Frau dreht sich zu den beiden und erhebt sich von ihrem puristischem Lager. Die schwarze Hotpants und das kurze lederne Tank Top verdecken nur spärlich ihren makellosen Körper. Grimmig starrt sie die ungebetenen Gäste an und den beiden fließt ein kalter Schauer über den Rücken. Nur ein schwacher gelber Schimmer deutet Pupillen an und ansonsten sind die Augen dieser Frau so schwarz wie die Nacht. „Eines ihrer Elternteile muss ein Dunkelelf gewesen sein.“ geht es Liane durch den Kopf. „Zumindest würde das diese Augen erklären.“ 


Das rote Band in dem Gesicht der Frau, ein typisches Zeichen der Black-Blood-Gilde, zieht den Blick der beiden auf sich, als Ankita sie feindselig anspricht: „Was wollt ihr Vögel von mir? Ich dachte, dass ich bereits mehr als deutlich gemacht hätte, dass ich mir weder etwas anhängen lasse, noch irgendein Geständnis unterzeichnen werde.“ Unbeeindruckt von ihrer Kaltschnäuzigkeit antwortet ihr Charles: Wir sind keine Polizisten und wir wollen dir nichts anhängen. Um ehrlich zu sein, sind wir hier, um deine Hilfe zu erbitten.“ Irritiert blickt Liane in das Gesicht ihres Begleiters. „Was willst du? Hilfe? Von einer Verbrecherin? Bist du denn von allen guten Geistern verlassen“ „Hey, Elfe!“ mischt sich die Schwarzhaarige ein. „Um mal gleich eins klar zu stellen, ich bin weder eine Verbrecherin, noch habe ich etwas mit dieser Sache hier zu tun. Ich wurde lediglich damit beauftragt die Händler auszuschalten.“ „Moment mal“ ergreift Charles wieder das Wort: „Aber im Polizeibericht steht doch, dass du sagtest, du wärst mit dem Verkauf der gestohlenen Ware beauftragt worden?“ Laut erklingt das Gelächter der Dunkelelfe. „Das soll ich gesagt haben? Der Verkauf und ich haben ungefähr so viel gemeinsam, wie ein Säugling und graue Haare.“ „Ja, aber wenn du nicht für den Verkauf engagiert wurdest, was...“ „Oh man, ihr zwei habt echt keine Ahnung, oder?“ seufzt Ankita genervt. „Habt ihr auch nur den leisesten Schimmer davon, was die Black-Blood-Gilde ist?“ Unsicher beantwortet Charles ihre Frage: „Na, so viel ich weiß, ist sie eine offizielle Söldner-Einheit, die dafür bezahlt wird, die Schmutzwäsche der Konzerne zu waschen und...“ „Ja genau, Schlaumeier.“ unterbricht ihn die Schwarzhaarige: „Ich bin eine Söldnerin und wie ich bereits sagte, lautete mein Auftrag diverse Händler auszuschalten.“ Nun ist es Liane, die sich wieder in das Gespräch mit einklinkt und spöttisch meint: „Ja aber, wenn du unschuldig bist, warum bist du dann noch hier? Sollte dich deine Gilde dann nicht schon längst wieder raus geholt haben?“ Ankita bedenkt die Elfe mit einem zornigem Blick und zeigt ihr dann ein gespielt freundliches Lächeln. „Tja, ich wüsste auch gern, warum ich noch hier drin hocke. Ich weiß nur, dass mir die Bullen etwas anhängen wollten und dass ich ihnen deshalb ein klein wenig gezeigt habe, was ich von ihnen und dieser Geschichte halte.“ „Und da hast du das halbe Revier zerlegt...“ Ein breites Grinsen formt sich auf Ankitas Lippen. „Gut möglich....“


Ein lauter Knall unterbricht die Unterhaltung der Drei und bringt das ganze Zimmer zum Schwanken. Von draußen können sie die Schreie der anderen Insassen hören. Charles ist der erste, der sich wieder gefangen hat: „Verdammt, was war das?“ Doch da die beiden Frauen genau so viel wissen, wie er und ihn nur fragend anschauen, wendet er sich der Gittertür zu, die es wie bei einer gewaltigen Explosion aus den Angel gerissen hat. Er nimmt kurz Anlauf und verpasst dem Gitter einen Tritt, so dass dieses krachend zu Boden geht. Sofort ziehen Schwaden von Rauch in den kleinen Raum und vernebeln den dreien die Sicht und erst als sich der Rauch ein wenig gelegt hat, erkennt Charles, was sich auf ihn zubewegt. Das, was da vor ihm steht, ist ein Roboter. Eine große, kugelrunde Maschine auf vier Stelzen, in deren Mitte ein mechanisches Auge wild umher kreist. Kaum hat die Maschine ihn wahrgenommen, bleibt das Auge stehen und fixiert ihn. Ein Teil der unteren Kugel klappt auf und gibt ein Laser-gesteuertes MG frei, dass nun auf ihn gerichtet ist. „Scheiße.“ flucht er leise, springt reflexartig zur Seite und die Salve des Maschinengewehres schlägt krachend in der Wand ein. „Puh, das war aber haarscharf.“ zischt er und zieht seinen Revolver aus dem verstecktem Holster. „Charles, was ist hier los?“ hört er die aufgebrachte Stimme seiner Begleitung und er ruft zurück: „Jemand hat uns ein Spielzeug geschickt. Eine Art Drohne mit sehr viel Feuerkraft.“ Er wirft einen Blick auf seine Waffe und fügt hinzu: „Und ich glaube, wir sind ein wenig im Nachteil.“ 


Bevor ihn die zweite Salve erwischen kann, hechtet Charles in die Zelle zu den beiden Frauen zurück. Ängstlich versteckt sich Liane sofort hinter ihrem Begleiter und schreit: „Ich bin noch zu jung zum Sterben!“ Und auch Ankita flucht: „Verdammt, in diesem Gefängnis sind zu viele Magie-Blocker. Ich kann meine Kräfte hier nicht einsetzen!“ Während das mechanische Auge wild umher schaut und versucht sie zu lokalisieren, weichen die drei langsam in die Zelle zurück. Um sie herum befinden sich nur kalte Wände und vor ihnen steht dieses mechanische Monster. „Wenn jemand eine Idee hat, dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt sie zu nennen.“ ruft Charles, doch erhält keine Antwort. Nun hat das Auge sie erfasst und richtet sein MG auf die Drei, als es einen weiteren Knall gibt und das metallene Ungetüm zur Seite geschleudert wird.


„Los, raus da und zum Fahrstuhl !“ hören sie den Zwerg brüllen. Das lassen sich die drei nicht zweimal sagen und rennen los. Thyk steht bereits am Aufzug und hält einen Raketenwerfer auf der Schulter. In unmittelbarer Nähe klafft ein riesiges Loch in der Wand, durch das der ungebetene Gast scheinbar eingetreten ist. Sie stürmen an dem Zwerg vorbei in die Kabine, der mit einem „Friss das, du verdammtes Biest!“ eine weitere Rakete auf die, sie verfolgende, Höllenmaschine feuert. Dann springt auch er in den Fahrstuhl und hämmert auf die Taste, die sie nach unten bringt. Thyk zündet sich eine Zigarre in der kleinen Kabine an und der Rauch bringt die anderen zum Husten, was der Zwerg wiederum belustigend findet. „Was war das für ein Ding?“ erkundigt sich Liane nun bei dem Rotbärtigem. „Das, oh, das war nur eine A567-Kavallerie-Drohne, die im Krieg eingesetzt wurden.“ antwortet jener trocken und nimmt einen weiteren Zug von seiner Zigarre. „Ich weiß nicht, wem ihr ans Bein gepinkelt habt, aber dieser jemand wollte anscheinend auf ganz Nummer sicher gehen, dass ihr das Zeitliche segnet.“  Sein Blick fällt auf den Revolver, den Charles in den Händen hält und das bringt den Polizeichef erneut zum Lachen. „Na, mit dem Spielzeug kommst du bei so einem aber nicht weit.“ 


Es macht 'pling' und die Türen der Fahrstuhlkabine öffnen sich. „Und jetzt alle raus hier.“ kommandiert Thyk und dirigiert die Truppe Richtung Ausgang. „Oh mein Gott, was ist denn mit ihnen passiert?“ vernehmen sie die Stimme der Empfangsdame.  „Geht es ihnen...“ Sie verstummt, als sie in das grinsende Gesicht Ankitas blickt, doch diese hebt sofort abwehrend die Hände. „Hey, schauen sie mich nicht so an. Dieses Mal bin ich nicht daran schuld.“ „Keine Zeit für lange Erklärungen.“ mischt sich der Zwerg ein. „Wir müssen hier raus und die Spezialeinheit rufen. Oben befindet sich ein...“ 


B - U - M - M


Mit einer lauten Explosion bricht ihr Roboterfreund durch die Eingangstür und eine Wolke aus Asche, Stahl, Glas und Schutt füllt die weitläufige Halle. Reflexartig dreht sich Thyk um und zündet eine weitere Rakete, doch dieses Mal kann die Kampfdrohne ausweichen und der Flugkörper schlägt krachend in die Wand des gegenüberliegenden Gebäudes. Ankita schiebt den Zwerg zur Seite, beginnt zu tanzen und beschwört eine Art schwarzen Dämon. Ein großes, Panther-ähnliches Tier mit gelben Streifen und langen Fangzähnen springt knurrend auf die Drohne zu und kann sie mit viel Mühe zurückdrängen und ihnen den Eingang frei machen. Schnell rennen Charles, Liane, Ankita, Thyk und die rothaarige Empfangsdame aus dem Gebäude. Die schwarze Limousine steht noch immer, abgesehen von einigen Lackkratzern, unversehrt vor der Tür. Halb ausgestiegen brüllt ihnen der Fahrer zu: „Los, einsteigen und dann nichts wie weg hier!“ Auf dem Weg zum Wagen kommen sie auch an den Überresten der beiden Polizisten vorbei, die vor dem Eingang Wache geschoben hatten. Der Ork und sein Kollege liegen zerfetzt am Boden und Liane tut es in dem Moment leid, dass sie ihn so angeschrien hatte. Charles ist der erste, der das Fahrzeug erreicht. Er öffnet die Tür und sofort springen die anderen vier in den Wagen. Dann springt auch er hinein und der Fahrer drückt das Gaspedal durch. Mit Schwung knallt die Tür hinter Charles ins Schloss, während er ungelenk in das Innere der Limousine purzelt, was der Zwerg ein weiteres Mal mit einem herzhaftem Lacher kommentiert. „Was machen wir jetzt?“ fragt die Rothaarige. Thyk legt beruhigend seinen Arm auf ihre zitternden Schultern und antwortet vergnügt: „Carla, ich habe keine Ahnung, was wir jetzt machen, aber du machst erstmal Urlaub und ich brauch jetzt erst einmal ein anständiges Getränk. Kennt jemand eine vernünftige Bar?“ Erwartungsfroh blickt er in die kleine Runde, doch die anderen starren ihn nur  ungläubig an. Liane findet als Erste ihre Worte wieder und kommentiert zynisch: „Na, wenigstens hat einer von uns Spaß.“ 


Nach einer Weile blicken sie sich um. Keine Drohne ist mehr zu sehen. Das kann nur bedeuten, dass sie wieder zurück gerufen wurden. Charles gibt dem Fahrer ein Signal, dass er nun wieder langsamer fahren kann, während sich Liane an die Empfangsdame wendet. „Carla, wo musst du hin? Wir können dich dort absetzen, wenn du möchtest:“ Die rothaarige Elfin lächelt nur schwach, überlegt kurz und antwortet dann: „Sagen sie ihrem Fahrer einfach, dass er rechts ran fahren soll. Von hier aus finde ich schon nach Hause.“


„Sind sie sicher, dass sie allein nach Hause wollen?“ fragt Charles besorgt, nachdem sie Carla am Straßenrand abgesetzt haben und mit müder Stimme antwortet sie ihm: „Ja, ich schaffe das schon. Schlimmer als das kann es heute ja wohl nicht mehr werden.“ Sie verabschieden sich von ihr und setzen ihre Fahrt dann fort.


„Und wie geht es jetzt weiter?“ richtet Liane das Wort an den Zwerg. „Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung. Vielleicht hat unsere große Kriegerin hier eine Idee?!“ Zu seiner Überraschung antwortet sie ihm mit einem Grinsen im Gesicht: „Ich hab tatsächlich eine Idee.“ 

„Und die wäre?“ 

„Wir fahren zu einer Bar.“ 

„Klingt gut.“ antwortet der Zwerg vergnügt.

Entsetzt mischt sich Liane in das Gespräch der beiden ein. „Ist das jetzt euer Ernst? Die Scheiße ist am Dampfen und ihr denkt hier nur ans Saufen?“ Ankita lacht. „Mädel, wir wollen nicht saufen gehen. Ich will lediglich Informationen besorgen.“ Dann wendet sie sich an den Fahrer: „Weißt du, wo die Orion-Bar ist und kannst uns dort hinbringen?“ Wortlos nickt der Fahrer und schlägt die Route zur Bar ein. 


„Welche Informationen gedenkst du zu bekommen?“ wendet sich Charles der Dunkelelfe zu und grinsend antwortet sie ihm: „Na, interessiert euch etwa nicht, wer gerade versucht hat uns kalt zu machen?“ „Also, doch schon...“ stottert Charles unsicher und überlegt, was er sagen will, doch wird er von Thyk unterbrochen. „Dann wäre das ja geklärt und ich bekomme heute doch noch mein schönes kaltes Bier.“ Liane schüttelt den Kopf, fasst sich an die Stirn und murmelt mürrisch: „Wo bin ich da nur hinein geraten...? Ich, eine hoch angesehen Wissenschaftlerin, soll in so eine Absteige, in der sich der Müll der Stadt trifft...?“ „Vorsichtig, Prinzessin...“ unterbricht Ankita zornig den Monolog der Elfin. „Das, was du da als Müll bezeichnest, sind meine Freunde und die haben mir oft genug den Arsch gerettet.“ Zornig schaut Liane zurück und will ihr Konter geben, doch bevor die angespannte Atmosphäre im Wagen explodieren kann, wirft sich Charles als Vermittler zwischen die beiden Damen. „Ladys, immer mit der Ruhe.“ Er wendet sich zuerst Ankita zu: „Ich bin mir sicher, dass sie es nicht so meinte.“ und dann an Liane: „Und ich denke, dass wir ja irgendwo anfangen müssen zu suchen. Immerhin haben wir einen Auftrag. Schon vergessen?“ „Hmm...“ grummelt die Wissenschaftlerin mürrisch und schluckt ihren Zorn herunter. „Wir sind gleich da.“ meldet sich nun der Fahrer zu Wort. Die Dunkelelfe schaut nach draußen und sieht die bunten Neonlichter ihres Zuhauses. Das bekannte Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit stellt sich ein und für einen Moment schweifen ihre Gedanken bei diesem Anblick ab...


Die Orion-Bar war schon immer ein Platz für verlorenen Seelen. Sowohl für die, die auf der Suche nach Arbeit waren, als auch für die, die ihren Kummer im Alkohol ertränken wollten, denn diese Welt war nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Die großen Konzerne waren wie Vampire und saugten die Menschheit bis auf den letzten Bluttropfen aus. Gewalt und Hoffnungslosigkeit wuchs im gleichen Maße, wie die Steuern, die die Mächtigen willkürlich verlangten. Die Kriminalitätsrate war auf einem traurigen Höhepunkt und das Verbrechen herrschte in den Straßen der Low-Level-Sektoren. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, begannen die Konzerne damit die Menschen zu überwachen, doch anstatt es besser wurde, gingen nur noch mehr Familien zu Grunde. Auch ihre eigene.


Aus der Not heraus hatte sie als Söldnerin bei der Black-Blood-Gilde angeheuert gehabt, doch ehe sie den Sold für ihren ersten Auftrag bekommen hatte, war ihre kranke Mutter verstorben. Hätte sich zu diesem Zeitpunkt nicht Kobota, Besitzer der Bar und guter Freund ihrer Mutter, ihrer angenommen, wäre sie wohl auf sich allein gestellt gewesen und wahrscheinlich wie ihr Vater ein Opfer der Bandenkriege geworden. Kobota war ebenso Mitglied der Gilde und dafür zuständig Aufträge zu verteilen und zu überwachen. Und mittlerweile war er schon zu einem echtem Vaterersatz für die junge Kriegerin geworden.


Doch manchmal vermisste sie ihre Eltern doch noch... 


Ankita seufzt leise und schiebt die trüben Gedanken zur Seite. Sie waren angekommen und mussten sich nun um wichtigere Sachen kümmern. „Warten sie nicht auf uns.“ spricht sie zu dem Fahrer der Limousine und gesellt sich dann zu den anderen dreien auf dem Bürgersteig. Irritiert sieht Charles dem Wagen nach, der davon fährt. „Warum hast du ihn weg geschickt? Vielleicht hätten wir ihn noch gebrauchen können.“ „Nein.“ schüttelt die Kriegerin mit dem Kopf und schenkt ihm ein schwaches Lächeln. „Ich denke, dass er für heute genug durch gemacht hat und wenn wir ein Fahrzeug brauchen, ist ein Taxi sicherlich unauffälliger.“ Stillschweigend stimmen sie der Söldnerin zu und folgen ihr durch die vergilbte Eingangstür der Bar.


Ein reges Treiben und der Lärm betrunkener Gäste, die sich lautstark unterhalten, nimmt das Grüppchen in Empfang. Neugierig sieht sich Liane in dem Schuppen um. Sie hatte ja vieles erwartet, aber nicht das, was sie nun sieht. Menschen, Zwerge, Elfen und Orks sitzen friedlich dicht an dicht unter den bunten Lichtern und geben sich gesellig dem Trinkvergnügen hin. Ja, sie kann sogar ein paar Kobolde und Ghouls ausmachen. Wesen, die man normalerweise nur ganz selten zu Gesicht bekommt, weil sie tief unter der Stadt hausen. Und aus dem hinteren Bereich der Bar dringt die liebliche Stimme einer Sängerin zu ihnen hervor, die ihre traurigen Balladen in die weichen Klängen eines Klaviers bettet. Der Wissenschaftlerin entfährt ein leiser Pfiff der Bewunderung.


„Willkommen in der Orion-Bar.“ kommentiert Ankita lächelnd ihre Geste. „Der Ort, wo sich die Welt trifft, um ihre Sorgen zu vergessen.“ Gemeinsam gehen sie zur Theke, wo sich sofort eine Menschen-Frau um sie kümmert. Ihr Haar besteht aus dutzenden unterschiedlich gefärbten Strähnen und ihr Gesicht ist mit einer Vielzahl an Piercingen geschmückt. Und als wäre das noch nicht auffallend genug, besitzt sie auch noch einen Arm-IP, dessen Oberflächenbeschichtung schon bessere Tage gesehen hatte und das blanke Metall durchschimmern lässt. Ein näherer Blick bestätigt der Wissenschaftlerin, dass es sich um ein älteres, aber offensichtlich illegal modifiziertes, Modell handelt. Zumindest lassen die Einkerbungen auf der unteren Seite darauf schließen, dass sich ein Gewehr darin befindet.


Während Liane nachdenklich den Arm-IP der Bardame begutachtet, fällt Charles ein Tattoo ins Auge, dass sie auf der rechten Schulter trägt und das ihr zerrissener Pulli nicht mehr verdecken kann. Es zeigt einen Engel, der ein Auge in den Händen hält und ist das Symbol der Albertus-Gang. Eine Gang, die berüchtigt dafür ist Auftragsmörder auszubilden und an den Höchstbietenden zu verkaufen. Natürlich entgehen der Barfrau nicht die neugierigen Blicke der Beiden und so beantwortet sie grinsend deren ungestellte Fragen: „Keine Sorge, aus der Szene bin ich schon lange raus.“ Dann wendet sie sich an Ankita und spricht: „Schön, dass du wieder da bist. Kobota hat schon angefangen sich um dich zu sorgen.“ 

„Ach Bela, du weißt doch, dass mich so schnell nichts umbringt. Aber sag an, wo steckt denn der Alte?“ 

„Der? Der ist gerade hinten und kümmert sich um einen Frischling.“ antwortet ihr die Barfrau und zeigt auf eine der Türen: „Wartet hier, ich hole ihn schnell.“ 

Sie geht zur Tür, klopft an und verschwindet in dem Zimmer.


Als sie Minuten später wieder auftaucht, ist sie in Begleitung einer Elfe und eines alten Mannes. Der Alte wirkt schon auf den ersten Blick wie ein Kriegsveteran. Auf seinen Armen sind die Kreuze des Militär-Konzern eintätowiert und von seiner Lippe aufwärts, durch das linke. milchig-trübe Auge, bis hoch zu seinem kahlem Schädel zieht sich eine breite, schneeweiße Narbe. Er wirft einen flüchtigen Blick in die Truppe und begrüßt dann seinen Schützling mit einer herzlichen Umarmung. „Ankita, schön dich wieder zu sehen. Ich hatte schon fast die Befürchtung, dass dir etwas zugestoßen sein könnte. Hätte nicht mehr viel gefehlt und ich hätte meine Leute auf die Suche geschickt.“ Ankita ist wie immer sehr gerührt von der Fürsorge ihrer Ersatzvaters, doch bevor sie ihm antworten kann, meldet sich Thyk lautstark zu Wort: „Hey Chef, ich will eure Familienzusammenkunft ja nicht stören, aber könnte ich erst einmal ein Bier bekommen?“ „Klar doch.“ antwortet ihm der Alte lachend, Er greift sich das größte Glas, das er finden kann, füllt es bis zum Rand und schiebt es dem Polizeichef zu. „Wollt ihr auch was, wenn ich schon dabei bin?“ fragt Kobota grinsend in die Runde, doch die drei lehnen dankend ab. 


„Da fällt mir ein:“ wendet er sich wieder an Ankita: „Ich hab doch tatsächlich noch ein Geschenk für dich.“ Er greift in seine Tasche und holt ein kleines Stoffsäckchen hervor, das er seiner Ziehtochter zuwirft. Die Söldnerin öffnet den Knoten und schüttelt den Inhalt auf ihre Handfläche. Sechs schwarze, glatt geschliffene Steine mit seltsamen Zeichen kommen zum Vorschein und die Augen der Kriegerin werden immer größer. „Aber das sind ja Runensteine.“ stößt sie sichtlich überrascht hervor. „Und dann auch noch welche, die besonders starke Dämonengeister beherbergen. Wie um alles in der Welt bist du denn an die gekommen?“ Der Alte zwinkert ihr verstohlen zu und grinst. „Sagen wir einfach, dass ich jemanden kenne, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der mir noch einen Gefallen schuldig gewesen ist.“ Schlagartig ändert sich der Ton in seiner Stimme und wird ernster. „Ich muss sagen, dass ihr alle fürchterlich ausseht. Was ist passiert?“ „Eine A567.“ beantwortet Thyk seine Frage und gönnt sich einen weiteren Schluck Bier. Jetzt ist es der alte Veteran, in dessen Auge sich Überraschung zeigt. „Was? Eine Kriegsdrohne? Diese Dinger sollten normalerweise gar nicht mehr existieren. Nicht einmal auf dem Schwarzmarkt kommt man mehr an so eine heran.“ „Ja, normalerweise,“ gluckst der Zwerg. „Aber das Teil war verdammt echt und jetzt sind wir hier, weil deine Freundin meinte, sie könnte uns Informationen darüber beschaffen, wer an so etwas heran kommen könnte.“ „Nun ja“ grübelt Kobota: „Eigentlich hätten wir schon einen CS-Experten für solche Fälle, aber...“ Er unterbricht seinen Satz und blickt in die Runde. Man merkt ihm an, dass er ein Mann ist, der seine Schritte äußerst sorgsam abwägt. 


„Keine Sorge, Paps.“ durchbricht Ankita die Stille seiner Gedanken. „Ich kenne die Herrschaften zwar noch nicht lange, aber ohne sie wäre ich jetzt bestimmt nicht mehr am Leben. Ich denke, wir können ihnen vertrauen.“ Dann zeigt sie auf Thyk und fügt hinzu: „Und ich denke, das gilt auch für unseren Polizeifreund hier.“ Der Zwerg hebt abwehrend die Hände und lacht. „Um mich braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Und ganz gleich, wie diese Maßnahmen aussehen werden, ich werde mit Sicherheit beide Augen zudrücken.“ Das Wort seiner Ziehtochter und das des Zwerges genügen dem Alten als Vertrauensbeweis. Zwerge sind nämlich dafür bekannt ehrlich und direkt zu sein und sich nichts aus List und Intrigen zu machen. „Nun ja, in dem Fall hätten wir einen äußerst talentierten, jungen Mann, der euch die Informationen besorgen kann, die ihr benötigt. Sein Name ist Maxwell und ich glaube, Ankita, du kennst ihn bereits.“ Die Söldnerin verdreht genervt die Augen. „Ernsthaft...?“ 


Kobota grinst nur als Antwort und drückt einen geheimen Schalter unter der Theke. Vor ihren Augen öffnet sich eine Luke im Boden und gibt den Blick auf eine Treppe frei. „Wo geht es da hin?“ will Liane wissen und der Veteran antwortet grinsend: „Dort unten befindet sich unser persönlicher Schwarzmarkt. Wir haben die besten Cyberspace-Experten, Magie- und Waffen-Händler und IP-Doktoren, die man für Geld bekommen kann.“ Seine letzten Worte zaubern der Wissenschaftlerin ein spöttisches Lächeln auf die Lippen. „Was?“ will der alte Kriegsveteran wissen und hebt fragend eine Augenbraue. Selbstsicher gibt ihm die Elfe Antwort: „Mein Name ist Dr. Liane Shiya'sha, führende Wissenschaftlerin des V.i.V Konzern, mehrfach ausgezeichnet mit dem exklusiven Techno-Logica-Award der Wissenschaft auf dem Gebiet der Nano-, Kibernetik- und C-IP-Technologie.“ Kobota stößt einen beeindruckten Pfiff aus und meint nur trocken: „Dann bleiben sie wohl lieber friedlich und legen sich nicht mit der Doktorin an. Nicht das wir später ihre Überreste aus dem Keller holen müssen.“ Charles und Thyk brechen bei diesem Satz in Gelächter aus. Liane schaut die beiden nur finster an und geht dann schmollend die Stufen hinab.


Ankita hingegen kann  nur mit dem Kopf schütteln und fragt sich, warum es diese Technologie überhaupt geben muss. Normalerweise musste man mit der Gabe der Magie geboren sein, um sie wirken zu können, so wie sie, in deren Adern das Blut eines Dunkelelfen floss, doch die Menschen hatten irgendwann damit angefangen ihre körperlichen Nachteile mit Hilfe von Cyber-Implantaten zu kompensieren. Sie wollten sich unbedingt mit den anderen Rassen messen können, ja besser sein als alle anderen. Über sie herrschen und alles kontrollieren. Ja, die Menschen waren schon ein seltsam neidisches und egozentrisch ängstliches Volk und deshalb kann sie nicht verstehen, warum eine Elfe wie sie den Menschen hilft. Doch sie bezweifelt, jemals eine Antwort von ihr zu bekommen und läuft ihr mit den beiden Spaßvögeln im Schlepptau hinterher.


Unten angekommen erwartet sie eine überraschend große Halle. Während sich auf der linken Seite Schlaf- und Duschmöglichkeiten befinden, gibt es auf der rechten Seite einen großen, steril wirkenden Bereich, der wohl den Operationssaal darstellt. Die Gruppe geht weiter und betritt den nächsten Teilabschnitt des unterirdischen Gewölbes. Hier finden sie auf der rechten Seite eine Vielzahl an Waffenhändlern, die ihre Waren anbieten und eine kleinere Theke, an der im Moment eine Hand voll Skunks wohl den Erfolg ihres letzten Einsatzes feierten. Ankita hielt nicht viel von diesen Kopfgeldjägern, da sie sich nur selten an irgendwelche Regeln hielten. Das Einzige, was die interessierte, war Geld.


Fast hätte es die Gruppe geschafft, an der unscheinbaren Tür vorbei zu laufen, die sich auf der linken Seite befindet, wenn nicht just in diesem Augenblick ein rotes Lämpchen aufgeblinkt hätte. Die Söldnerin schiebt sich an den anderen vorbei und klopft an das stählerne Blech, auf dem in kleinen Buchstaben das Wort „Cyberspace“ eingraviert ist. Sie warten ein paar Minuten, doch nichts tut sich. Und als sich auch beim zweiten und dritten Mal Klopfen nichts tut, hämmert die Kriegerin wütend an der Tür und brüllt: „Maximilian Maxwell, mach sofort diese verdammte Tür auf oder ich ramm' dir meinen Stiefel so tief in den Arsch, dass du die nächsten drei Monate nicht mehr sitzen kannst!“ Ein Poltern ist aus dem Raum zu vernehmen und jemand ruft zurück: „Ich komm ja schon.“ Zwanzig Sekunden später öffnet sich die Tür und ein junger Mann steht vor ihnen, dem dutzende Kabel seitlich aus dem Hals heraushängen. „Oh, ein Neuronen-IP, um sich direkt mit dem Cyberspace zu verbinden.“ geht es Liane durch den Kopf, bevor sie den Mann direkt anspricht: „Ich dachte immer, dass diese Implants zu anfällig wären und man sie deshalb aus dem Verkehr gezogen hätte...?“ „Ach, geht alles, wenn man weiß, wie man sich schützen muss...“ gähnt dieser und wendet sich müde an Ankita: „Was willst du denn hier? Du weißt ganz genau, dass ich um diese Uhrzeit nicht arbeite.“ „Das ist mir so scheiß egal, Max. Jemand hat versucht mich platt zu machen und ich brauche deine Hilfe, um herauszufinden, wer es war.“ „Oh, die große Black-Blood-Schamanin kommt angekrochen, um mich um Hilfe zu bitten. Das ich DAS noch erleben darf.“ erwidert er spöttisch. Seine Worte reichen aus, um die angespannte Atmosphäre zwischen ihnen zu zerreißen. Wütend springt sie ihm an die Kehle und drückt ihn gegen die Wand: „Hör zu Max, ich habe keine Zeit für diesen Scheiß. Jemand hat mir eine A567 auf den Hals gehetzt und ich will gottverdammt nochmal wissen, welches Arschloch das war!“ „Schon gut, schon gut.“ röchelt der CS-Experte. „Lass mich runter und ich beschaff dir die Informationen.“ Mit einem verächtlichem Schnauben lässt sie ihn los und er reibt sich seine schmerzende Kehle. Dann geht er zurück in den Raum und die Gruppe folgt ihm.


Drinnen stapeln sich die Rechner, hunderte Monitore sind an allen möglichen Stellen in dem kleinen Raum angebracht und tausende Kabel liegen wild verstreut herum. Charles ist der erste, der den Anblick kommentiert: „Wow, so alte Geräte habe ich ja in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.“ Er lässt seinen Blick durch den Raum gleiten und fügt hinzu: „Also höchstens mal in Zeitschriften über technologische Antiquitäten.“ Maximilian grinst nur. „Meine Babys mögen vielleicht nicht auf dem neusten Stand der Technik sein, aber sie sind immer noch perfekt, um mal eben unbemerkt irgendwo einzusteigen.“ Der CS-Experte setzt sich an einen der Tische und verbindet sich selbst mit dem Netzwerk. Wie eine Marionette, deren Fäden man durchschnitten hat, sackt der Informatiker in sich zusammen und nur Sekunden später rauschen abertausende Informationen über die Computerbildschirme. Fasziniert starrt die Gruppe auf die Bilder, Texte und Zahlenkolonnen, die viel zu schnell für das menschliche Auge vorüber ziehen. Es vergehen drei Minuten, bevor der Datenstrom zum erliegen und Maxwell wieder zu sich kommt. „So, Schätzchen, da hast du deine Informationen.“ wendet er sich mit frechem Unterton an Ankita. „Bekomme ich jetzt meinen Belohnungskuss?“ „Treib es nicht zu weit, Maxwell.“ faucht sie ihn an, schiebt ihn samt seinem Stuhl zur Seite und studiert die Liste auf dem Bildschirm.


Lediglich fünf Namen werden angezeigt, doch einer springt der Söldnerin sofort ins Auge: „Jens Kurton.“ zischt sie wütend: „Dieser Bastard.“ „Wer ist das?“ will Liane wissen, doch bevor sie antworten kann, kommt ihr Maximilian mit einer Antwort zuvor: „Er ist ein alter Freund von ihr.“ „Haha“ lacht die Kriegerin trocken. „Wenn du jemanden, der dich zu Hackfleisch verarbeiten will, als Freund bezeichnen willst, dann ja... Aber wie kommt so ein Niemand an eine Kriegsdrohne?“ „Das ist wohl das Geheimnis, das wir aufdecken sollten, indem wir ihn besuchen, meint ihr nicht?“ klinkt sich Charles in das Gespräch ein: „Wo finden wir diesen Jens?“ „Moment, das haben wir gleich.“ antwortet ihm der Computerfreak und stürzt sich ein weiteres Mal in die unendlichen Weiten des Cyberspace. Dieses Mal dauert es nur wenige Sekunden, bis er die gewünschten Informationen auf dem Bildschirm präsentieren kann. „Letzter bekannter Aufenthaltsort: Halle 14, Dock 23.“ liest Ankita vom Bildschirm ab. Als sie das hört, stöhnt Liane laut auf: „Bei den Docks? ist das euer Ernst? Das ist doch Sperrgebiet und nur der dreckigste Abschaum treibt sich dort noch herum.“ „Oh, hat das Prinzesschen etwa Angst?“ kommentiert die Söldnerin hämisch die Aussage der Elfin. „Und dann auch noch unbedingt Dock 23, dass zum verseuchten Teil der zerstörten Stadt gehört, nicht wahr Prinzessin?“ Mehr schockiert, als beleidigt, antwortet ihr Liane: „Was? Es befindet sich im verseuchten Areal? Nein, nein, nein, dann komme ich auf gar keinen Fall mit euch. Ich bin schließlich eine Wissenschaftlerin und kein Kämpfer.“ „Tja, du musst aber, ob du willst oder nicht.“ erinnert Charles sie an ihren Auftrag und klopft ihr auf die Schulter. „Es sei denn, du willst dich mit der Corporation anlegen.“ Missmutig presst die Elfe die Zähne aufeinander und murmelt etwas Unverständliches. „Aber sieh es von der Seite her.“ fährt Charles mit seiner Ansprache fort: „Es ist jetzt schon über 180 Jahre her, dass sie die Schilde hoch gefahren und den Bereich mit einer Thermonuklear-Plasma-Bombe gesprengt haben. Mittlerweile sollte nicht mehr allzu viel Strahlung übrig sein. Oder nur noch an einigen Stellen.“ 


Der Detektiv grinst sie an und zwinkert ihr aufmunternd zu. „Prima.“ meldet sich nun auch Thyk wieder zu Wort. „Und ich dachte schon, dass ich irgendwann vor lauter Langeweile im Dienst die Spitzhacke abgeben muss.“ Er lacht herzhaft und gibt Charles einen kräftigen Klaps auf den Rücken. „Ungh.“ unterdrückt dieser einen Schmerzensschrei. „Dass ihr Zwerge immer vergessen müsst, wie viel Kraft ihr habt.“ Der Zwerg spricht weiter: „Aber wir sollten uns ordentlich ausrüsten, wenn wir Ghouls und Gesindel jagen wollen.“ „Ghouls?“ Entgeistert blickt Liane dem Zwerg ins Gesicht. Wieder ist es Ankita, die ihr gekünstelt mitleidig antwortet: „Die Docks sind nachts voll von ihnen, Prinzessin. Hast du das etwa nicht gewusst? Oh, das tut mir jetzt aber schon ein bisschen leid für dich.“ Die Wissenschaftlerin schlägt die Hände vors Gesicht und schüttelt mit dem Kopf. „Wo bin ich da nur hinein geraten?“ Dann wendet sie sich an Charles und fragt: „Warum zum Teufel nochmal muss ich mitkommen?“ Er schenkt ihr ein weiteres Grinsen und sagt: „Weil du die einzige bist, die die C-IPs erkennt und wenn wir Glück haben, finden wir sie bei diesem Typen. Deswegen.“ „Ach verdammt.“ zischt sie resignierend. „Und ich hatte gedacht, dass es ein einfacher Auftrag wird.“ „Tja, Prinzessin, nichts im Leben ist einfach.“ kommentiert Ankita trocken. „Und jetzt lasst uns gehen und schauen, was mein Kumpel Semi für Spielzeuge für uns hat.“ 


Sie verlässt den Raum, gefolgt von den Anderen und bleibt hinter der Tür wieder stehen. „Hab's mir gerade anders überlegt.“ spricht sie die Truppe an. „Ich werde erstmal unter die Dusche springen und mir den Dreck abwaschen. Hab ja nichts dagegen, mich dreckig zu machen, aber ich muss ja nicht die ganze Zeit so herum laufen. Und dann werde ich mich für eine Weile aufs Ohr legen.“ „Das ist der erste Plan, der mir gefällt.“ kommentiert die Wissenschaftlerin: „Ich bin direkt hinter dir.“ „Solange du deine Finger unter der Dusche von mir lässt, ist mir das egal, Prinzessin.“ „Na hör mal!“ brüskiert sich Liane und stemmt die Arme in die Seite. Ankita lacht und zwinkert ihr zu. „Ich mache nur Spaß. Na los, komm schon.“ Die beiden Frauen gehen in Richtung der Dusch- & Schlafkabinen und langsam trotten Charles und Thyk hinterher. „Warum begleitest du uns eigentlich?“ wendet sich der Detektiv an den Zwerg. „Ich meine, du hast doch sicherlich deine Pflichten als Polizeichef, oder nicht?“ „Ja, eigentlich schon.“ gibt der Polizist vergnügt zurück: „Aber im Herzen bin ich noch immer ein Krieger und auf der Suche nach Abenteuern. Und so wie es aussieht, werde ich eines bekommen, wenn ich bei euch bleibe.“ „Und was hat es dann mit der Geschichte auf sich, dass ihr wolltet, dass Ankita ein erzwungenes Geständnis unterschreibt? Deswegen hat sie schließlich euer Revier auseinander genommen.“ Der Zwerg runzelt die Stirn und sieht Charles mit drei Fragezeichen im Gesicht an. „Ich weiß nichts von einem Geständnis. Ich wollte auch keines von ihr. Ganz im Gegenteil, ich...“ Er stockt für einen Moment und denkt nach. „Aber nachdem ich mich mit ihr unterhalten habe, hatte sie Besuch von irgendeinem Konzernanwalt bekommen. Ein ganz schmieriger Kollege, ekelhafter Typ. Vielleicht hat ja er was damit zu tun? Der Detektiv zuckt nur mit den Schultern. „Wer weiß. Das muss jetzt auch erstmal warten. Im Moment haben wir größere Probleme, um die wir uns kümmern sollten.“ „Ja, da hast du wohl recht, mein Freund.“ antwortet ihm der Zwerg, Dann gehen auch sie duschen und legen sich schlafen.


Sanft wird Charles aus seinem traumlosen Schlummer gerüttelt. „Guten Morgen, Schlafmütze, raus aus den Federn.“ begrüßt ihn das spitze Elfengesicht seiner Partnerin. „Du bist der Einzige, der noch im Bett liegt, also los, hoch jetzt, wir müssen uns fertig machen.“ Der Detektiv setzt sich auf, streckt sich und lässt ein herzhaften Gähnen verlauten. „Na sieh mal einer an, unsere Prinzessin kann es wohl auf einmal nicht erwarten, sich in Lebensgefahr zu begeben?“ Reflexartig verpasst sie ihm einen Klaps auf den Hinterkopf. „Nenn du mich nicht auch noch Prinzessin und nein, ich will die Sache nur möglichst schnell hinter mich bringen, damit ich mich wieder meiner Forschung widmen kann. Und jetzt steh auf oder ich schmeiß dich aus dem Bett.“ „Schon gut, schon gut.“ antwortet ihr Charles, während er sich die schmerzende Stelle am Hinterkopf reibt.


Nachdem er sich angezogen hat, stößt er zu dem Rest der ungleichen Truppe, die bereits an einem Tisch auf ihn wartet. „Wie spät haben wir es eigentlich?“ fragt er in die Runde und setzt sich gähnend auf den leeren Platz. „Hier unten hab ich irgendwie überhaupt kein Zeitgefühl mehr.“ „Es ist jetzt kurz nach 16 Uhr.“ antwortet ihm Ankita und schaut ihn an, als erwarte sie nun eine Gegenleistung von ihm. Doch Charles ignoriert ihren Blick und murmelt stattdessen laut: „Na großartig. Dass heißt doch, dass wir erst an den Docks sind, wenn es dunkel ist. Dann wimmelt es dort doch nur so von Ghouls.“ Diesmal ist es Liane, die es sich nicht verkneifen kann, ihn aufzuziehen: „Oh, hat die Prinzessin jetzt etwa Angst?“ Das wiederum führt dazu, dass Thyk und die Söldnerin in schallendes Gelächter ausbrechen. „Das klingt doch nach Spaß.“ meint der Zwerg und grinst dem verschlafend aussehenden Charles ins Gesicht. „Weiß gar nicht, was du hast.“ „Genau.“ pflichtet ihm Ankita bei: „Im Schutze der Dunkelheit ist es doch auch viel einfacher, sich an die Halle heran zu schleichen. Aber jetzt wollten wir wirklich meinem Kumpel Semi einen Besuch abstatten.“ Mit diesen Worten steht sie auf und läuft los und die anderen folgen ihr.


Als sie bei dem illegalen Waffenhändler ankommen, sehen sie schon eine Menge grüner Kisten herumstehen. Auf Anhieb kann Liane drei verschiedene Konzernsymbole ausmachen: ein Drache, eine Schlange und ein Teufelskopf. „Entweder die haben hier wirklich gute Kontakte oder das ist alles Diebesgut.“ geht es der Wissenschaftlerin durch den Kopf. „Semi, bist du hier?“ ruft die Söldnerin in die Dunkelheit und ein stämmiger Kerl im Militär-Outfit tritt aus der hintersten Ecke heraus in das Licht. „Na klar, Kleines. Wo sollte ich denn sonst sein? Außerdem weißt du doch, dass ich für dich immer da bin.“ Er lächelt sie mit einem breitem Grinsen an und verpasst ihr einen kameradschaftlichen Schlag auf die Schulter. „Was brauchst du denn diesmal?“ „Nur das Beste für mich und meine Freunde hier, Sami.“ „Geht klar.“ antwortet der Waffenhändler grinsend und verschwindet wieder in der Dunkelheit. Nach wenigen Augenblicken kommt er mit einer riesigen Kiste zurück, auf der das Kreuz des Militär-Konzern prangt. Mit einem Knall lässt er die schwere Kiste vor ihre Füße fallen. „Die hier hab ich mir für einen ganz besonderen Moment aufgehoben. Und nach allem, was ich gehört habe, ist das ein ganz besonderer Moment.“ Der breitschultrige Kerl mit dem kantigen Gesicht zwinkert der Söldnerin ein weiteres Mal zu und grinst. Und Ankita tut es ihm gleich, denn die beiden verbindet mehr, als einer der Umstehenden erahnen könnten und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich auch ohne Worte verstehen.


Der Händler öffnet den metallenen Deckel und ein umfangreiches Waffenarsenal kommt zum Vorschein. Sturmgewehre, Pistolen, Plasmagranaten, Faustfeuerwerfer, Laserbögen und weitere nette Spielzeuge warten nur auf ihren Einsatz. Begeistert stürzt sich Thyk auf die Kiste und greift sich eine der multifunktionalen Schrottflinten mit austauschbarem Granatenaufsatz. Und während sich die Söldnerin für einen Laserbogen entscheidet, greift sich Liane ein Plasmaschwert. „Hey, hey, hey...“ kommentiert Charles belustigt ihre Entscheidung. „Ein Schwert für eine Wissenschaftlerin? Nicht dass du dich nachher noch verletzt und dir den Arm abtrennst.“ Statt ihm zu antworten, dreht sie sich blitzschnell zu ihm herum und hält ihm die Klinge des Schwertes unter das Kinn. Zischend verschmoren einige Haare seines Drei-Tage-Bartes. „Whoa.“ raunt er und hebt abwehrend die Hände. „Ich ergebe mich ja schon.“ „Unterschätze mich nicht, nur weil ich eine Wissenschaftlerin bin.“ antwortet sie ihm selbstsicher. „Ich komme aus einer Familie, in der der traditionelle Schwertkampf noch eine große Rolle spielt.“ Dann drückt sie auf den Knopf und das Plasma verschwindet wieder in seinem Schaft. Der Detektiv senkt seine Arme und wird von dem Händler angesprochen: „Brauchst du auch was?“ „Nein, danke.“ antwortet er und zeigt ihm seinen Revolver. 


Sie bezahlen ihre Errungenschaften und machen sich zum Aufbruch bereit, doch abermals ist es Ankita, die sie zurück hält. „Wartet oben auf mich.“ spricht sie: „Ich muss meinem Mentor noch einen Besuch abstatten.“ Und während Charles, Liane und Thyk sich auf dem Weg in die obere Bar machen, stattet sie ihrem Lehrmeister einen Besuch ab.


„Schön dich wieder zu sehen, Achat.“ begrüßt sie ihren alten Meister und jener öffnet seine blinden Augen. Als sie ihn das erste Mal gesehen hatte, hatte sie sich noch vor seinen schneeweißen Pupillen gefürchtet, doch mittlerweile hat sie sich an den Anblick gewöhnt. Ihr Mentor mochte vielleicht blind sein, doch sah er mit seinem Geist mehr als die meisten Anderen. „Ah, Ankita. Wie schön auch dich wieder zu sehen. Die Geister haben mir dein Kommen bereits angekündigt.“ Er bittet sie Platz zu nehmen und kramt einen kleinen Beutel aus seiner Tasche. Er beugt sich nach vorne und legt es der Söldnerin in die Hände. „Deswegen bist du doch zu mir gekommen, mein Kind, nicht wahr?“ „Was ist das?“ „Mach es einfach auf.“ Vorsichtig öffnet Ankita das Beutelchen und holt den Inhalt hervor. Es ist ein kleines, verwelktes Blatt, das mit dem Symbol eines Pferdeschädels verziert ist, Fragend sieht sie ihren Meister an. „Das, mein Kind, ist  Ask-u-whe-tau, ein Wächter-Geist, mit dessen Hilfe du alles sehen kannst, selbst wenn du nicht vor Ort bist.“ Ankita überlegt nicht lange und beschwört mit ihrem Singsang den Geist. Das Blatt beginnt erst zu schweben und verwandelt sich dann in eben jenen Pferdeschädel, der auf ihm eingezeichnet gewesen ist. „Oh, ich habe wohl einen neuen Meister.“ spricht das Geisterwesen die Söldnerin an und verpasst ihr damit einen Schock. Abgesehen davon, dass dieser Geist nicht wie alle anderen aussieht und sich eine seltsame Apparatur in der rechten Augenhöhle befindet, ist er der erste, der mit klaren Worten zu ihr sprechen kann. Ihr Mentor lacht und spricht: „Fürchte dich nicht, mein Kind, ich habe es mir erlaubt ihm das Sprechen zu ermöglichen und auch noch eine weitere Modifikation an ihm vorgenommen. Schließe einfach deine Augen:“ Ankita tut, wie ihr geheißen wurde und erschreckt ein weiteres Mal. Statt der Dunkelheit ihrer Lider, erblickt sie das Geschehen, welches hinter ihrem Rücken stattfindet. „Aber wie?“ stößt sie erschrocken hervor und blickt ihren Meister mit tausend Fragezeichen an. „Oh, es ist eigentlich ganz einfach.“ antwortet ihr Meister vergnügt. „Die eingebaute Technik ermöglicht es dir, alles zu sehen, was Aku sieht. Dazu musste ich nur den Geist in dem Schädel einschließen, ein bisschen Magie wirken und ihn in einen Fetisch verwandeln. Also im Grunde genommen alles ganz einfach.“ Ankita weiß nicht, was sie sagen soll. Ein weiteres Mal hat es ihr Lehrmeister geschafft, sie in Erstaunen zu versetzen. 


Der Schädel verwandelt sich zurück und schwebt auf ihre offene Handfläche. Ein sanftes Glimmen geht von ihm aus, als das Blatt ihre Haut berührt und in dieser versinkt. Einzig das Symbol bleibt zurück und ziert nun ihre Hand. „Ich danke euch, Meister.“ spricht die Söldnerin und verneigt sich ehrfurchtsvoll vor ihrem Mentor. „Das wird mir mit Sicherheit eine große Hilfe sein.“ Der Alte lächelt und spricht: „Viel Glück, mein Kind. Mögen die Geister mit dir sein, auf dass wir uns wieder sehen.“ Sie bedankt sich noch einmal und stößt dann zu dem Rest der Gruppe, die schon ungeduldig auf sie wartet.


Lautes Lachen und das Gegröle unzähliger Gäste erfüllt die zum Brechen gefüllte Bar. „Na endlich.“ wird sie von Thyk begrüßt. „Ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr. Mir kocht das Blut in den Adern und ich kann es kaum noch erwarten loszulegen.“ Und auch Kobota lässt es sich nicht nehmen, sie erneut zu begrüßen: „Willkommen zurück, Kleines. Habt ihr nun alles, was ihr braucht?“ „Naja, um ehrlich zu sein...“ beginnt sie ihren Satz und ist für einen Moment unschlüssig, ob sie ihren Vater wirklich darum bitten soll. „Ja?“ hakt der alte Kriegsveteran nach und schaut ihr lächelnd ins Gesicht. Das nimmt der Söldnerin die Bedenken und sie beendet ihre Gedanken. „Um ehrlich zu sein, wir bräuchten noch ein Fahrzeug, mit dem wir in die Docks kommen. Du hast nicht zufällig noch eins über?“ Schlagartig weicht sämtliche Farbe aus dem Gesicht des alten Mannes: „Ihr wollt um diese Uhrzeit noch zu den Docks?“ „Ja, wir haben leider keine andere Wahl, Paps.“ Kobota seufzt leise. „Gut, wenn das so ist, dann habe ich noch einen alten Gleiter draußen, den ihr haben könnt.“ Er überlegt kurz und spricht dann weiter: „Geht ihr schon einmal vor. Ich werde meinem Büro noch einen kurzen Besuch abstatten und dann gleich hinterher kommen. Du kennst ja den Weg.“ „Klar, Paps.“


Minuten später finden sie sich auf dem Hinterhof der Orion-Bar wieder zusammen. Der alte Kriegsveteran drückt auf den Knopf einer kleinen Fernbedienung und ein schwarzer, oval geformter Raumgleiter wird vor ihren Augen sichtbar. „Whoa“ entfährt es Charles, Liane und Thyk gleichzeitig und der Zwerg fügt beeindruckt hinzu: „Ist schon eine Weile her, dass ich so ein Schmuckstück gesehen habe, Wusste gar nicht, dass die damals schon einen Tarn-Modus besaßen.“ „Eine kleine Modifikation, die ich selbst hinzugefügt habe.“ antwortet ihm der alte Kriegsveteran mit einem gewissen Stolz in der Stimme. „Damit solltet ihr unbemerkt bis zu den Docks kommen.“ „Hey cool.“ freut sich Liane. „Dann müssen wir uns ja doch nicht mit dem Gesindel herumschlagen:“ Der Alte grinst sie an und schüttelt mit dem Kopf. „Tut mir leid, dich zu enttäuschen, aber an den Grenzen der alten Stadt ist Schluss. Die vorhandene Reststrahlung ist immer noch stark genug, um sämtliche elektrischen Geräte außer Gefecht zu setzen. Sobald ihr an den Docks angekommen seid, müsst ihr euch zu Fuß durchschlagen.“ So schnell wie es gekommen war, verschwindet das freudige Lächeln in dem Gesicht der Elfin. 


Während die anderen drei sich in das Fahrzeug setzen, hält der alte Kriegsveteran seine Ziehtochter zurück. „Warte, ich hab da noch was für dich.“ Daraufhin zaubert er einen faltbaren Taschennavigator aus der Tasche und überreicht ihn der Söldnerin. „Eine Karte?“ fragt sie skeptisch. „Oh, das ist nicht einfach nur eine gewöhnliche Karte.“ antwortet der Alte und grinst sie geheimnisvoll an. „Schalt sie mal an.“ Die Dunkelelfe faltet die Karte auseinander und bringt sie zum Laufen. Prompt entsteht ein drei-dimensionales Abbild der Stadt vor ihren Augen und die Söldnerin kann ihre Überraschung nicht verbergen. „Aber, das ist ja eine Karte der alten Stadt!“ „Nicht nur das. Schau her.“ Der Alte drückt einen Knopf an der Seite des Projektor und eine zweite Ebene wird sichtbar, die den kompletten Untergrund der Gegend offenbart. Ankita ist sichtlich beeindruckt: „Wow. Das ist... ich mein, wie um alles in der Welt bist du an so eine Karte gekommen? Ich kenne genug Leute, die würden Millionen für so eine Karte zahlen.“ Lachend ignoriert Kobota ihre Frage und antwortet: „Dann hoffe ich mal, dass das Anreiz genug für dich ist, mir diese Karte heile zurück zu bringen.“ „Auf jeden Fall, Paps.“ „Ach und noch etwas.“ Kobota drückt einen weiteren Knopf und die virtuelle Darstellung wird bunt eingefärbt. „Die roten Stellen zeigen euch an, welche Areale ihr auf Grund der Strahlung unbedingt meiden solltet. Grüne Bereiche sind sauber und in den gelben solltet ihr euch nicht länger als nötig aufhalten.“ „Danke Paps,“ Stürmisch fällt ihm die sonst so taffe Söldnerin um  den Hals: „Du bist einfach der Beste.“ Dann wendet sie sich von ihrem Vater ab und geht zum Raumgleiter. 


Charles hat sich bereits hinter das Lenkrad geklemmt, während der Zwerg es sich auf dem Beifahrersitz gemütlich gemacht hat. Ankita steigt zu Liane in den hinteren Bereich des Gleiters und erklärt den anderen auf die Schnelle die Funktionsweise der eben erworbenen Karte. „Dann kann ja nichts mehr schief gehen.“ versucht Charles optimistisch zu klingen und die Wissenschaftlerin kommentiert es mit einem: „Ich will es hoffen. Ich habe schließlich noch einiges mit meinem Leben vor.“ Thyk lacht nur herzhaft: „Nun macht euch mal nicht ins Hemd, ihr beiden. Für mich klingt das alles nach sehr viel Spaß und Abenteuer.“ „Wir werden sehen.“ meint Charles und startet den Gleiter. Langsam steigen sie höher, während Kobota ihnen ein letztes Mal zum Abschied winkt und dann zurück in seine Bar geht. Der Gleiter geht in den Tarnmodus und verschwindet aus dem Blickfeld der Stadtbewohner.


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Ein Mann tritt aus dem Schatten der Gasse, die an den Hinterhof der Bar angrenzt und spricht in ein kleines Gerät: „Macht euch bereit. Der Vogel ist soeben gestartet.“ Er wendet sich wieder der Gasse zu, die nicht ganz so dunkel ist, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Monoton blinkt ein rotes Lämpchen im Schatten und offenbart die Kriegsdrohne, die hier lauert. Der Mann geht zu ihr, öffnet eine Klappe und ein Monitor kommt zum Vorschein, auf dem ein Symbol in Form eines Teufelskopfes abgebildet ist. „Verfolgen und vernichten.“ gibt er in das Kommandofenster ein und die Gesichter von Liane, Charles, Ankita und Thyk tauchen auf dem blauen Display auf. Er verschließt die Klappe und die Drohne setzt sich in Bewegung. Dann geht auch sie in den Tarnmodus und verschwindet in den Tiefen der Stadt...

 Fotograf

Stanislav Istratov

www.flexdreams.com

Model

Katrin Lanfire

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Bild & Text

Denis 'Raven' Fischer

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www.corvus-ars.de

Lektorat Dark Xperience

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